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Erst allmählich offenbart sich dem Menschen die Artenvielfalt in den Wipfeln
Leben im obersten Stock
Zahlreiche Tiere leben in den Wipfel der Bäume
"In unseren Bäumen lebt eine reiche Fauna, die viele Prozesse in Ökosystemen ganz entscheidend beeinflusst", sagt Andreas Floren vom Biozentrum der Uni Würzburg.
Mit Kränen und in Heißluft-Luftschiffen dringen Biologen in die Baumwipfel vor, deren Artenvielfalt bisher kaum untersucht ist. Jeder der 30 Milliarden Bäume in Deutschland beherbergt zwischen einigen Hundert und Tausenden von Gliedertieren wie Insekten und Spinnen. Viele dieser Arten sind neu für die Wissenschaft, viele sind als selten oder bedroht eingestuft, obwohl sie in den Baumkronen durchaus häufig anzutreffen sind.

Baumläuse ernähren sich von Pflanzensäften und scheiden einen Teil der so gewonnenen Kohlenhydrate wieder aus, weswegen Ameisen sie in Herden "halten". Sie ernähren sich von diesen Ausscheidungen und schützen die Läuse im Gegenzug vor Fressfeinden. Spinnen und Milben leben in Baumkronen, weil sie dort viele Insekten als Beute fangen können. Spechte, Meisen, Kleiber und Baumläufer gehen ebenfalls in den Wipfeln auf die Jagd.

Wie gut es dem Wald geht, erkennen Experten an den Baumkronen. Bei bis zu 10 Prozent Nadel- oder Blattverlust wird ein Baum als "ohne Schadmerkmale" eingestuft. Bei 11 bis 25 Prozent Verlust gelten Bäume als "schwach geschädigt". Hat ein Baum bereits im Sommer noch mehr Blätter oder Nadeln verloren, sprechen Experten von "deutlich geschädigt". Die Klassifizierung ist bundesweit einheitlich.

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