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Einleitung von Salzwasser Video
Die Werra und das Grundwasser in Gefahr (Beitrag vom 9. November 2015)
Grundwasser in Gefahr
Kaliproduzent soll Maßnahmen ergreifen
Das Land Thüringen beharrt darauf, dass der Kaliproduzent "K+S" keine Salzabwasser mehr im Boden versenkt. Dies sei "nicht genehmigungsfähig".
Das Unternehmen will bis Ende 2021 durchschnittlich bis zu zwei Millionen Kubikmeter Lauge pro Jahr am Standort Hattorf (Philippsthal) in Osthessen in den Boden verpressen. Bislang darf K+S 4,5 Millionen Kubikmeter pro Jahr in den Boden verpressen. Die Erlaubnis dazu hatte das Regierungspräsidium Kassel 2011 erteilt. Sie läuft am 30. November 2015 aus. Das Unternehmen hat eine Verlängerung bis ins Jahr 2021 beantragt.

Ein Gutachten des Hessischen Landesamtes für Umwelt und Geologie (HLUG) vom Juli 2014 hatte eine steigende Chlorid-Konzentration in Osthessischen Trinkwasserbrunnen festgestellt. Auch die Thüringer Gemeinde Gerstungen sieht ihre Brunnen gefährdet. "Die Versenkung ist sicher und verantwortbar", sagte dagegen der Geschäftsführer der K+S Kali GmbH, Ralf Diekmann, im April 2015 im Umweltausschuss des hessischen Landtags. Alle Messungen und Kontrollen sowie ein neu entwickeltes 3D-Modell zeigten, dass es für Grund- und Trinkwasser in der Abbauregion an der Werra an der Grenze zwischen Hessen und Thüringen keine Gefahr gebe.

Der Konzern muss für eine mögliche Verlängerung der Versenkerlaubnis bis 2021 nachweisen, dass Trink- und Grundwasser nicht gefährdet werden. Diese Verlängerung ist zentraler Teil des Vier-Phasen-Plans zur dauerhaften Salzabwasserentsorgung. Dieser sieht unter anderem ein Ende der Verpressung des Abwassers in den Boden vor. Bis 2075 soll die Einleitung von derzeit jährlich 7 Millionen auf 1,5 Millionen Kubikmeter in Flüsse reduziert werden. Langfristig sollen Werra und Oberweser Süßwasserqualität erreichen. Der Plan ist in den anderen Bundesländern und bei Umweltverbänden umstritten.

Einleitung in die Werra schadet Fischen
Fluss Lupe
Salz beeinflusst das Leben in der Werra
Eine Studie des Leibnitz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei kommt zu dem Ergebnis, dass der erhöhte Salzgehalt der Werra Auswirkungen auf die Fischpopulation in dem Gewässer hat. Bei Versuchen mit dem Zebrabärbling - "einem etablierten Testfisch" - habe sich gezeigt, dass sowohl die Befruchtung als auch Entwicklung der Fische durch das Salz negativ beeinflusst werde, sagte die Autorin der Studie, Marit Wagler. Das gelte auch für einen Salzgehalt, der sich innerhalb der zulässigen Grenzwerte bewege.

Bis zu 60 Prozent der Testtiere hätten zum Beispiel deformierte Wirbelsäulen gehabt oder hätten keine Augen ausgebildet. Solche Fische hätten in der freien Natur keine Überlebenschance, sagte sie. Trotzdem sei nicht davon auszugehen, dass der Salzgehalt in der Werra dazu führen werde, dass dort überhaupt keine Fische mehr leben könnten.

Der umweltpolitische Sprecher der Linke-Fraktion im Thüringer Landtag, Tilo Kummer, sagte, die Ergebnisse der Untersuchung des Leibnitz-Instituts seien ein weiterer Beleg dafür, dass K+S seine Abwässer nicht länger in die Werra einleiten oder im Boden verpressen dürfe. Bislang sei dem Schutz von Fischen in der Werra nicht ausreichend Aufmerksamkeit geschenkt worden. Der Konzern müsse eine Anlage zum Verdampfen seiner Abwässer bauen. Diese müsse innerhalb von höchstens zehn Jahren betriebsfertig sein. Selbst dann, sagte Kummer, werde es Jahre dauern, bis die Werra wieder unbelastet sei.

Mediathek
VideoSalzige Brühe verseucht Trinkwasser
Kritiker haben bereits 2011 Abwässer aus dem Kalibergbau für eine Versalzung des Trinkwassers in der thüringischen Gemeinde Gerstungen verantwortlich gemacht. (Beitrag vom 20. Mai 2011)