Wald © dapd Video
Der WWF teilt die Meinung des Ministeriums nicht, dem Wald gehe es besser
Besser, aber nicht gut
Waldzustandsbericht verzeichnet positiven Trend
Mehr als die Hälfte der deutschen Eichen sind krank, doch dem deutschen Gehölz geht es insgesamt etwas besser.
Das zeigt der Waldzustandsbericht 2011. 38 Prozent der Bäume waren 2010 ohne Nadel- oder Blattverlust. 2009 lag diese Zahl noch bei 36 Prozent, so das deutsche Bundesagrarministerium. Demzufolge haben sich vor allem die Buchen erholt. Hier ist der Anteil der Bäume, bei denen die Kronen stark ausgedünnt sind, sogar von 50 auf 33 Prozent zurückgegangen. Dagegen zeigen 51 Prozent aller Eichen deutliche Kronenverlichtungen - zum Erhebungsstart 1984 waren es lediglich 9 Prozent. Besonders schlecht geht es dem symbolträchtigen Baum in Bayern, Baden-Württemberg und Berlin.

Die Eiche leide vor allem unter verschiedenen Schmetterlingsraupen. Zudem würden insbesondere junge Blätter, die nach den Fraßschäden wieder austreiben, häufig von Eichenmehltau befallen. Der Pilz entziehe den Blättern Nährstoffe, so dass sie abfielen. Der Kronenzustand von Fichte und Kiefer blieb nahezu unverändert. Dies gehe jedoch auf regional gegenläufige Entwicklungen zurück, heißt es im Bericht.

Besonders schlecht ging es den deutschen Bäumen 2004. Trockenheit und hohe Ozonwerte hatten dem Wald im Hitzerekordjahr 2003 zugesetzt. Das volle Ausmaß der Schäden wurde erst ein Jahr später ersichtlich. Seitdem hat sich der Wald jedoch kontinuierlich erholt und hat nun etwa wieder den Zustand von 2003 erreicht.

Naturschutzbund: "Herumdoktern an Symptomen"
Der Naturschutzbund (Nabu) sieht die Gesundheit des Waldes hingegen kritisch. Vor allem der Klimawandel, Überdüngung und der Verkehr würden ihm zu schaffen machen. Die Organisation forderte die Bundesregierung dazu auf, Ursachen zu bekämpfen, statt weiter an den Symptomen "herumzudoktern". So werde etwa Kalk in den Wald gekippt, um die Boden-Versauerung auszugleichen, anstatt direkt dagegen vorzugehen.

Kritik an der Erhebung kommt auch von Seiten der FDP-Bundestagsfraktion. "Auch wenn die Nachrichten gut sind: Die Blattdichte in den Baumkronen ist ein veralteter, ungenauer Indikator für die Gesundheit der Bäume", erklärte Landwirtschafts-Sprecherin Christel Happach-Kasan. Ob das Laub dicht oder licht sei, hänge zu stark von den Witterungsbedingungen im Vorjahr ab. Der Bericht sei daher zwar ein "erfreulicher Fingerzeig", aber kein abschließendes Urteil über die Gesundheit der Wälder.

Waldticker
Jede Minute schwinden 35 Fußballfelder Wald
Waldflächen so groß wie 35 Fußballfelder werden weltweit in jeder Minute abgeholzt. Das auf dem großen Waldverlust-Ticker am Berliner Hauptbahnhof abzulesen, den die Umweltorganisation "World Wide Fund for Nature" enthüllte.
2011
Jahr der Wälder
Die Vereinten Nationen (UN) haben 2011 zum Internationalen Jahr der Wälder ausgerufen. Am Mittwoch, 2. Janaur 2011 ist es in New York vom UN-Waldforum eröffnet. In Deutschland folgt der Auftakt am 21. März.
Waldzustandsbericht
Alle Jahre wieder
In den alten Bundesländern wird der Zustand des Waldes seit 1984 untersucht, in den neuen Ländern gibt es die jährliche Erhebung seit 1990. Die Informationen sind dem Ministerium zufolge eine wichtige Grundlage für forst- und umweltpolitische Entscheidungen zum Schutz des Waldes.
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