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Holzfäller  © dpa Video
Immer weiter wird Regenwald zerstört (Beitrag vom 17. Februar 2016)
Illegales Abholzen
Immer wieder findet sich Tropenholz in Papier
Im April 2015 hat der WWF nach einer Warenanalyse Anzeige gegen die Firmen Depesche, KiK, Iden, Bentino und Carstensen erstattet. In ihren Produkte wurde Tropenholz gefunden.
Den Firmen wird vorgeworfen Papierprodukte aus Tropenwäldern zu vertreiben, ohne deren Ursprung korrekt benennen zu können. Darunter Geschentüten, Geschenkboxen und Briefumschläge. Damit verstoßen sie gegen die seit 2013 geltende EU-Holzhandelsverordnung (EUTR).

Chemischer Fingerabdruck
Es gibt eine neue Methode, mit der man Tropenholz in Papier nachweisen kann. So will man illegale Holzgewinnung nachweisen. Die Universität Hamburg und die Deutsche Bundesstiftung Umwelt wollen gegen das illegale Abholzen des Regenwaldes vorgehen und haben ein Projekt zur "Papierbestimmung" ins Leben gerufen. Jährlich würden weltweit rund 13 Millionen Hektar Wald durch illegalen Holzeinschlag zerstört. Das entspreche der gesamten Holzfläche Deutschlands. Gerade der Tropenwald habe eine besondere Bedeutung für das ökologische Gleichgewicht der Erde und den Erhalt der Artenvielfalt, betonte Cajus Caesar, Kuratoriumsmitglied der Stiftung und Forstingenieur.

Bisher habe man die Herkunft der für die Papierherstellung benötigten Holzfasern nicht sicher bestimmen können. Die aus dem Holz gewonnenen gebleichten Zellstofffasern durchliefen intensive chemische Prozesse. Danach seien kaum noch Unterschiede zu erkennen, erläuterte Projektleiter Jürgen Odermatt vom Arbeitsbereich chemische Holztechnologie von der Uni Hamburg. Deshalb sei es China als größtem Zellstoffimporteur möglich, die Holzfasern überwiegend aus den tropenholzreichen Regionen wie Indonesien zu beziehen. Mit der neuen Methode werde sozusagen ein "chemischer Fingerabdruck" ermittelt.

Legalität von Waren überprüfen
Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt geht von einer großen Nachfrage durch Behörden, Nichtregierungsorganisationen und Wirtschaftsbetrieben aus. Um illegal eingeführte Holz- und Papierprodukte zu identifizieren, würden praxistaugliche, verlässliche und gerichtsfeste Methoden benötigt, betonte Caesar. Die ebenfalls mit Hilfe der Stiftung entwickelte Isotopenmethode und die DNA-Analyse von Holz würden mittlerweile weltweit von Holzimporteuren und Zollbehörden genutzt, um die Legalität ihrer Ware zu beweisen.

Bei Produkten aus Tropenholz ist die Gefahr besonders hoch, dass für sie natürliche Regenwälder und Urwälder zerstört werden. Für viele Artikel würde Holz aus Tropenwäldern etwa Indonesiens verwendet. Johannes Zahnen vom WWF sagt: "Die Verbraucher werden vom Handel völlig alleine gelassen. Sie haben kaum eine Chance, nachhaltige von Raubbauprodukten zu unterscheiden und werden so indirekt zu Komplizen des Raubbaus an den Wäldern gemacht".

WWF empfiehlt, auf das FSC-Siegel zu achten
© dpa Video
Viele Bücher enthalten Tropenholz (Beitrag vom 17. Februar 2016)
Auch Bücher und Kinderbücher sind betroffen. Für die Studie "Im Wald, da sind die Räuber" ließ der WWF 2012 rund 80 Buchexemplare verschiedener Verlage untersuchen. Ergebnis: Knapp 30 Prozent enthielten zum Teil erhebliche Mengen Tropenholz, manche mit einem Anteil von mehr als der Hälfte. Dies hat nach Einschätzung der Umweltorganisation damit zu tun, dass die Verlage ihre Kinderbücher zunehmend in Asien produzieren ließen. Auf diese Weise sei China mittlerweile zum wichtigsten Buchlieferanten für Deutschland avanciert. Einen großen Teil des benötigten Zellstoffs importiere das Land aus Indonesien, wo teilweise illegal riesige Urwaldflächen für die Papierproduktion abgeholzt würden.

Nach einer ähnlichen Untersuchung des WWF von 2009 hätten sich viele Verlage verpflichtet, nur noch umweltfreundliches Papier zu benutzen, andere aber nicht, beklagte die Organisation. Ganz offensichtlich wüssten die Verlage von dem Problem. Doch hielten sie aus Kostengründen an der "risikoreichen Produktion" fest. Der WWF forderte eine Selbstverpflichtungserklärung der gesamten Branche, damit für deutsche Bücher kein Tropenwald mehr vernichtet wird. Die Umstellung auf nachhaltige Quellen wie Recyclingpapier oder FSC-zertifiziertes Papier aus nachhaltiger Holzwirtschaft sei längst problemlos möglich.

Versenktes Tropenholz
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Mediathek
VideoTropenholz-Detektiv (1)
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