Weißer Hai © reuters, Kevin Weng, Universität Hawaii Video
Steven Spielberg hat mit seinem Film dem Ruf des Weißen Hais geschadet
Gejagte Jäger
Haie schwimmen von Südafrika bis Australien
Ein Drittel aller im offenen Meer lebenden Haiarten sind wegen der Überfischung vom Aussterben bedroht. Dazu zählen auch die Weißen Haie und die Hammerhaie.
<i>Carcharodon carcharias</i> ist auch eine Touristenattraktion wie hier vor Indien. © dpaLupe
Gerade seine Gruseligkeit macht den Weißen Hai für Touristen so attraktiv. © dpaLupe
Dafür locken ihn die Fischer vor Ort an, damit er sich den Touristen präsentiert. © dpaLupe

Sonja Fordham von der internationalen Umweltschutzorganisation (ICUN) kritisierte, dass Haie auf hoher See praktisch ungeschützt seien. Die späte Geschlechtsreife der Fische und ihre jeweils wenigen Nachkommen machten Haie sehr empfindlich gegen Überfischung. Laut Fordham sind international koordinierte Schutzpläne nötig, da auf hoher See unzählige Haie als Beifang in der industriellen Thunfisch-Fischerei verendeten.

Den an Thunfisch-Langleinen gefangenen Haien werden oftmals nur die Flossen für den asiatischen Markt abgeschnitten und die Tiere dann zurück ins Meer geworfen. Diese im Englischen "finning" genannte Praxis ist mittlerweile verboten, wird dennoch aber weiter praktiziert.

Der ICUN bezeichnet den Großen Hammerhai und den Bogenstirn-Hammerhai als weltweit gefährdet. Vom Aussterben bedroht gelten der Weiße Hai, der Gemeine Hammerhai, der Riesenhai, der Hochsee-Weißspitzenhai sowie zwei Makohai- und drei Fuchshai-Arten. Laut ICUN werden weltweit jedes Jahr 100 Millionen Haie gefangen. Der Bestand einzelner Arten sei deshalb zwischen 1999 und 2009 um bis zu 80 Prozent zurückgegangen.

Sie wirken gefährlich, doch sind selbst bedroht
Weißer Hai Video
Der weiße Hai wirkt bedrohlich - und ist dabei selbst vom Aussterben bedroht (Beitrag vom 6. Dezember 2010)
"Wir haben einen weißen Hai mit einem satellitengestützten Sender versehen", sagt der Biologe Enrico Gennaro. "Er ist erstmal von Südafrika nach Australien geschwommen." Sechs Monate später beobachtete der Forscher dasselbe Tier wieder vor der südafrikanischen Küste: Der Hai hatte über 20.000 Kilometer zurückgelegt. Weltweit gibt es laut Schätzungen nur noch 50.000 Tiere. Die letzten Exemplare können nur gerettet werden, wenn ihre Wanderrouten genau bekannt sind. Erst dann können Schutzzonen festgelegt werden.

Haifischflossen sichergestellt
Die Ecuadorianische Polizei hat am 28. Mai 2015 in der Hafenstadt Manta 200.000 Haifischflossen beschlagnahmt. Sie sollten laut Behördenangaben nach Asien verschifft werden, wo sie bis zu 1,4 Millionen Euro eingebracht hätten. Bei Razzien auf neun Grundstücken hätten die Beamten zudem sechs Personen wegen des Verdachts der "Zerstörung der Tierwelt" festgenommen, sagte der Polizist Rommel Tapia. Die Flossen werden häufig zur Produktion einer traditionellen chinesischen Suppe verwendet.
Bedrohte Riesenhaie
Weite Wege
Riesenhaie schwimmen bis zu 8000 Kilometer weit, haben die Biologen Jackie und Graham Hall herausgefunden. Das zeigen mit Sendern versehene Individuen.
Glossar
Haie - Räuber mit sehr scharfen Sinnesorganen
Haie gehören mit weltweit 380 Arten zur Gruppe der Knorpelfische. Sie leben in allen Meeren und sind bis auf wenige Ausnahmen räuberisch.