Chemiker
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Europas Öle sind chemisch nicht so einfach zu handhaben wie Palmöl.
Kaum zu ersetzen
Palmöl ist nicht alternativlos - doch Ersatz ist schwer zu finden
Auf Palmöl zu verzichten ist nicht eben einfach, musste der Mainzer Chemiker Dr. Edgar Endlein lernen. Rapsöl verdirbt schnell und wird dann ranzig.
"Das Leben ist etwas schwerer geworden für uns", schildert er seinen Versuch, ein Spülmittel ohne Palmöl zu entwickeln. "Wir müssen in der Produktentwicklung etwas individueller vorgehen, aber wie haben gesehen, es ist zu machen."

Eine Hefe liefert einen weiteren möglichen Ersatz für Palmöl
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Forscher wollen im Labor Urwälder erhalten.
Auch die Hefe Metschnikowia pulcherrima soll Palmöl ersetzen helfen, hoffen dagegen britische Forscher um den Chemiker Dr. Chris Chuck. Der Pilz wächst auf Abfällen und produziert unter geeigneten Bedingungen ein dickflüssiges Öl. Das habe fast die gleichen Qualitäten wie Palmöl, sagen die Forscher. Sie arbeiten jetzt daran, das Verfahren reif für die Produktion in der Industrie zu machen.

WWF: Palmöl-Alternativen verbrauchen meist große Flächen
Palmölernte
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Fruchtfleisch und Kerne der Ölpalme liefern das vielfach verwendbare Öl.
Ein Umstieg vom Palmöl auf andere Pflanzenöle wäre einer Studie des "World Wide Fund for Nature" (WWF) zufolge aber ökologisch fatal. "Der Ersatz durch Kokos-, Soja-, Sonnenblumen- und Rapsöl hätte einen massiv höheren Flächenbedarf zur Folge, die Treibhausemissionen stiegen an und die Gefährdung von Tier- und Pflanzenarten nähme zu", erklärte die weltweit tätige Umweltschutzorganisation am 30. August 2016 in Berlin. Besonders negativ wäre die Bilanz, falls Palmöl durch Soja- oder Kokosöl ersetzt werden sollte, weil diese Pflanzen ebenfalls im tropischen Vegetationsgürtel angebaut werden. Wer das "Palmöl-Problem" wirklich lösen wolle, müsse die Nachfrage senken und die ökologischen wie sozialen Anbaubedingungen für sämtliche Pflanzenöle egal welcher Herkunft verbessern, erklärte der WWF.

Für Palmölplantagen werden Regenwälder abgeholzt. Durch veränderte Konsumgewohnheiten ließe sich laut WWF rund die Hälfte des deutschen Palmölbedarfs von 1,8 Millionen Tonnen pro Jahr einsparen. Dafür müsste aber der Konsum von Schokolade, Eiscreme, Fertiggerichten, Süß- und Knabberwaren sowie Fleisch halbiert werden. Darüber hinaus müsste demnach auch die Beimischung von Palmöl in Biokraftstoffen beendet werden.

Laut WWF gehen je 40 Prozent des deutschen Palmölverbrauchs in die Produktion von Nahrungs- und Futtermitteln sowie in die Herstellung von Biokraftstoffen. Weitere 17 Prozent landen bei Reinigungsmittel-, Pharma- und Kosmetikherstellern.

Der Grund für die schlechte Bilanz beim Wechsel von Palm- auf andere Pflanzenöle ist der Untersuchung zufolge der steigende Flächenbedarf. Alle alternativen Ölpflanzen lieferten viel niedrigere Öl-Erträge je Hektar. Während die Ausbeute bei Ölpalmen bei durchschnittlich 3,3 Tonnen je Hektar liege, seien es bei Raps, Kokos und Sonnenblumen nur etwa rund 0,7 Tonnen. Die Öl-Ausbeute bei Sojapflanzungen liegt bei nur 0,4 Tonnen.

Anbau von Ölpflanzen soll sozialverträglich gestaltet werden
"Es führt daher kein Weg daran vorbei, den Anbau von Ölpflanzen ausnahmslos umwelt- und sozialverträglicher zu gestalten", betonte Ilka Petersen vom WWF. "Gleichzeitig muss unser Bedarf drastisch gesenkt werden." Der "simple Austausch von Palmöl durch andere Pflanzenöle" löse die Probleme jedenfalls nicht, sondern könne sie sogar verschlimmern.

Palm- und Palmkernöl sind nach WWF-Angaben billige, von ihren Eigenschaften her günstige und zudem gesunde Pflanzenöle, die sich zur wichtigsten pflanzlichen Öl-Basis für die Nahrungsmittelindustrie entwickelt haben. Darüber hinaus ersetzen sie in der Haushaltsmittel- und Kosmetikindustrie inzwischen häufig Erdöl als Grundstoff. 80 Prozent der Anbaufläche liegen in Indonesien und Malaysia. Dort sind riesige Plantagen entstanden.

Palmöl wird aus dem Fruchtfleisch der tropischen Ölpalme gewonnen und findet sich dem WWF zufolge unter anderem in Margarine, Fertigpizzen, Kuchen oder Tütensuppen sowie in Kraftfutter für die industrielle Tiermast. Außerdem findet Palmkernöl, das aus den Kernen der Früchte gepresst wird, Verwendung in Lippenstiften, Bodylotion, Seifen und Kerzen sowie als Ausgangsstoff für die Waschmittelherstellung.

Der WWF hat 2004 einen Runden Tisch für nachhaltiges Palmöl ins Leben gerufen. Wegen zu lascher Standards haben andere Umweltorganisationen das Gremium aber schnell wieder verlassen. Der WWF steht bei anderen Umweltschützern in der Kritik, weil er weiterhin am Runden Tisch mitwirkt.

Glossar
Palmöl
Nach Angaben des "Word Wide Fund for Nature" (WWF) hat die Ölpalme mit durchschnittlich 3,69 Tonnen Öl pro Hektar (t/ha) den höchsten Ertrag unter den Ölpflanzen.
Sumatra-Elefant in Gefahr
Lebensraum schwindet
Der Sumatra-Elefant könne innerhalb der nächsten 30 Jahre in freier Wildbahn aussterben, befürchtet die Umweltstiftung "World Wide Fund for Nature" (WWF).
Mediathek
VideoIndonesien und Malaysia opfern ihre Urwälder
60 Millionen Tonnen Palmöl wurden internationalen Statistiken zufolge 2014 hergestellt. Indonesien ist mit 30 Millionen Tonnen größter Produzent, gefolgt von Malaysia mit 20 Millionen Tonnen. (Beitrag vom 12. Februar 2016)
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VideoBrandrodung führt zu hohem CO2-Ausstoß
In Indonesien holzen Palmölfirmen jedes Jahr 620.000 Hektar Regenwald ab. Die Brandrodung führt regelmäßig zu Waldbränden, die CO2 freisetzen. (Beitrag vom 23. November 2015)