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21. Mai 2013
  • Zwei-Klassen-Internet
  • Strom unter Tage lagern
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Straßenverkehr ist ein wesentlicher Grund für zu viel Lärm in Deutschland
Ein Plan gegen den Lärm
Verkehrslärmschutzpaket erhält Lob und Kritik
Die Deutsche Gesellschaft für Akustik begrüßt das nationale Verkehrslärmschutzpaket - allerdings mit einem großen Aber.
"Es ist keine Bezugsgröße da", sagt Bernd Lehming von der Gesellschaft. "Wir wünschen uns, dass die Bezugsgröße der Pegel ist, wo die Leute wohnen, und dass der gesundheitliche Schwellenwert von 65 Dezibel am Tag genommen wird." Dann könne man davon sprechen, man wolle den Verkehrslärm um 20 oder 30 Prozent senken. "Jetzt bezieht sich der Plan auf Lärm-Hotspots, die eigentlich nicht definiert sind."

FlugverkehrLupeFlugverkehr
SchienenverkehrLupeSchienenverkehr
StraßenverkehrLupeStraßenverkehr

"Mit dem zweiten Verkehrslärmschutzpaket wollen wir konkrete Ziele bis 2020 über die Verkehrsträger hinweg erzielen", erläutert Dr. Andreas Scheuer, Parlamentarischer Staatssekretär im deutschen Bundesverkehrsministerium. Gegenüber 2008 soll der Verkehrslärm bis 2020 in den Brennpunkten um 20 Prozent beim Luft-, 30 Prozent im Straßen- und 50 Prozent im Schienenverkehr sinken.

Geht es nach dem Lärmschutzpaket, wird der Lärm im Straßenverkehr an der Quelle bekämpft: mit geräuscharmen Reifen und leiseren Straßenbelägen. "Die letzten Grenzwertdefinitionen im Straßenverkehr sind aus 1995", weiß Lehming. "Das ist ständig verschoben worden, weil man sich in der EU nicht einig wurde und der Druck der Autolobby so hoch war." Tempolimits fehlen im nationalen Verkehrslärmschutzpaket. Zuständig sind die Träger der Straßen - und das sind die in ihren Finanzen gebeutelten Kommunen. "Es wird so kommen, dass wir sozial verslumte Gebiete an lauten Straßen haben", so Lehming.

"Wir haben überschaubare Mittel, die wir dafür einsetzen können", sagt Scheuer. "Daran sieht man, dass der gesundheitliche Schwellenwert immer finanzabhängig ist", so Lehming. "Das ist das Dilemma, das wir haben. Der Lärmschutz wird eine große Rolle spielen, weil die Leute durch Lärm krank werden." Leiser Asphalt kostet sieben statt sechs Euro pro Quadratmeter.

Celle will Verkehr in sensiblen Straßen verhindern
Lärmkarte Video
Celle hat den Lärm erst kartiert und dann bekämpft
Eine Kombination aus sanierter Fahrbahn und Tempolimit bringe Fünf bis sechs Dezibel, schildert Eckhart Heinrichs vom "Lärmkontor Argus Berlin": "Hören kann man Unterschied schon bei ein bis zwei Dezibel, so dass sechs Dezibel eine deutliche Entlastung für die Betroffenen sind." Die Stadt Celle fördere Rad- statt Autoverkehr und leite den Verkehr von sensiblen Straßen weg. Busse haben Vorfahrt, so dass der öffentliche Personennahverkehr interessanter wird.

Die Bundesregierung will zur Verbesserung des Lärmschutzes an Autobahnen und Bundesstraßen langfristig 1,5 Milliarden Euro aufwenden. "Verkehrslärm kann krank machen", so Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) im April 2010. "Deswegen senken wir die Werte für den Lärmschutz an schon bestehenden Bundesstraßen und Autobahnen um drei Dezibel ab." Das entspreche akustisch der Halbierung des Verkehrslärms.

Umsetzen will der Verkehrsminister das mit zusätzlichen Programmen für Lärmschutzwände und Lärmschutzfenster. 2010 würden dafür 50 Millionen Euro eingesetzt. Der finanzielle Kraftakt mit langfristig 1,5 Milliarden Euro lohne sich, "weil wir damit die Nerven der Anwohner schonen und einen überaus wichtigen Beitrag für ihre Gesundheit und eine höhere Wohnqualität leisten", sagte Ramsauer. Zu den ersten Projekten gehörten die Autobahn 3 südlich von Köln und die B 430 in Neumünster.

Schienenstegbedämpfer sollen Schwingungen und Rollgeräusche aus den Gleisen dämpfen, dazu kommen Absorber im Unterbau der Brücken. Zudem will die Bahn ihre Fahrzeuge leiser machen, erläutert Diplom-Ingenieur Gerd Ledosquet. "Wenn ein lärmgemindertes Fahrzeug auf einer lärmgeminderten Schiene durch eine Wohnbebauung fährt, wir das sechs bis sieben Dezibel bringen - und das ist hörbar." Güterwaggons sollen eine leisere Bremstechnik bekommen.

Leiser werden sollen auch die Flugzeuge. Per kontinuierlichem Sinkflug sollen Turbinen nur noch mit 35 Prozent ihrer Leistung arbeiten und damit leiser. Dazu allerdings muss der Luftraum vergleichbar leer sein.

Interaktiv
Lärm im Alltag
Erfahren Sie mehr und seine Folgen für die Gesundheit in unserer interaktiven Flash-Animation rund um Geräusche.
Info
Tödlicher Lärm
Von 10.000 Menschen sterben vorzeitig 0,8 an Verkehrsunfällen, 2,9 Personen jedoch in Zusammenhang mit andauernden Verkehrslärmbelastungen. So heißt es in einer Studie des Studie des Ministeriums für Umwelt und Naturschutz,Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Verkehr, Energie und Landesplanung des Landes Nordrhein-Westfalen und des Städtetages NRW.
Info
Eingemauert
In den vergangenen 30 Jahren hat die Bundesrepublik 3300 Kilometer Lärmschutzwände errichtet und 892.000 Quadratmeter Lärmschutzwände eingebaut.
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