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Boot in ölverschmutztem Wasser Video
Das ausgelaufene Öl bestimmt das Leben der Menschen im Nigerdelta
Leben im Öl
Das Nigerdelta ist stark mit Erdöl verseucht
Der Umweltschützer Ebiaridor Kentebe bezweifelt, dass der Ölkonzern Shell das Nigerdelta wirklich von Ölverschmutzungen reinigen wird.
Seine Organisation "Friends of the Earth" werde wieder vor Gericht ziehen, falls Shell seinen Verpflichtungen nicht nachkomme, sagt Kentebe. "Die Würde der Menschen im Niger-Delta muss endlich respektiert werden. Sowohl von Shell als auch von der nigerianischen Regierung. Und eines Tages werden die Menschen bekommen, was ihnen zusteht."

70 Millionen Euro nach Ölverschmutzung in Nigeria
© dpa Video
Nigerianer stoßen überall auf Öl - aber das geschieht nicht zu ihrem Segen
Shell zahlt im Streit um ausgelaufenes Öl in Nigeria 70 Millionen Euro an 15.600 Fischer und Farmer aus dem Niger-Delta. 35 Millionen Pfund werden an unter den einzelnen Klägern aufgeteilt, 20 Millionen kommen der gesamten Gemeinschaft zugute, wie Shell am 7. Januar 2015 mitteilte. Damit endet ein seit Jahren schwelender Rechtsstreit, bevor 2015 der Gerichtsprozess begonnen hätte.

Anwälte der betroffenen Bauern und Fischer aus dem Ort Bodo, dessen Umgebung nach zwei Ölkatastrophen 2008 schwer verseucht ist, bezeichneten es als "zutiefst enttäuschend", dass der Konzern das Ausmaß des Schadens so lange nicht anerkannt habe. Es sei die erste Vergleich dieser Art und solle Shell als Vorlage dienen für künftige Fälle in Nigeria und anderen Ländern.

Zuvor hatte ein Zivilgericht in der Vorinstanz am 30. Januar 2013 in Den Haag Shell zu Schadenersatzzahlungen verurteilt: Shell habe die Pipelines im Nigerdelta nicht ausreichend vor Sabotage geschützt, hieß es in der Begründung. Die Höhe des Betrages sollte in dem anderen Verfahren festgelegt werden.

Vier weitere Forderungen von Bauern hatte das Gericht abgewiesen. Die Bauern aus Nigeria und eine niederländische Umweltorganisation hatten den britisch-niederländischen Konzern verklagt. Er habe die Pipelines in Nigeria mangelhaft gewartet, nicht vor Sabotage geschützt und Umweltschäden nicht beseitigt.

100.000 Barrel Öl verseuchten Boden und Wasser
Nach Angaben von "Amnesty International" war Shell schon Jahre vor dem ersten Bruch einer Pipeline nahe der Stadt Bodo im August 2008 bekannt, dass die alten Rohre ein hohes Gefährdungspotenzial hatten. Im Dezember 2008 habe es dann ein zweites Leck gegeben. Mehr als 100.000 Barrel Öl seien unabhängigen Schätzungen zufolge alleine bei der ersten Ölpest ausgelaufen und hätten Wasser und Böden verseucht.

"Shell war bewusst, dass eine solche Katastrophe täglich wahrscheinlicher wurde, und hat nichts dagegen unternommen", kritisierte Audrey Gaughran von "Amnesty International". Dem Konzern warf sie vor, gegen ähnliche Katastrophen in der Zukunft nicht vorzusorgen. Andere Pipelines gleichen Alters im Nigerdelta würden von Shell bis heute genutzt und stellten große Gefahren für Tausende Bewohner dar. "Mehr als 60 Prozent der Menschen im Nigerdelta hängen von einer intakten Umwelt ab."

Stattdessen sind viele Menschen gezwungen, verunreinigtes Wasser zu trinken oder mit ihm zu kochen und zu waschen. "Manchmal müssen wir vier Stunden paddeln, bis wir an eine Stelle kommen, wo der Fluss nicht so stark verunreinigt ist", sagte ein Fischer aus dem Nigerdelta Forschern gegenüber Amnesty International. "Einige der Fische, die wir fangen, riechen nach Öl."

Glossar
Nigeria
Nigeria ist der wichtigste Ölproduzent Afrikas. Seine nachgewiesenen Erdölreserven gibt die Regierung mit 23 Milliarden an.
Öl
Lecks an vielen Orten
645.000 Tonnen Öl gelangen jährlich ins Meer. Schuld sind leckende Ölpipelines, Bohrinseln, Raffinerien und Schiffe.
Ölpest vor Brasilien
Millionenstrafe verhängt
Die brasilianische Umweltbehörde hat wegen des auslaufenden Öls vor der Küste des Landes eine Strafe von 20,5 Millionen Euro gegen den US-Ölkonzern Chevron verhängt.