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Sendung
24. Mai 2013
Ölteppich © dpa Video
Die Natur reinigt sich wohl selbst - der Ölteppich könnte schon fast weg sein
Die Saubermacher
Bakterien reinigen den Golf von Mexiko vom Erdöl
Der Golf von Mexiko könnte sich nach Meinung von US-amerikanischen Meeresforschern überraschend schnell von der Ölpest erholen.
Eine bisher unbekannte Mikrobenart könnte die gewaltigen Ölschwaden, die in 1100 Metern Meerestiefe gefunden wurden, bereits komplett abgebaut haben. Die auf den Ölkonsum spezialisierten Bakterien seien erstaunlich effektiv, berichten die Meeresforscher vom Lawrence Berkeley National Laboratory in Washington.

Neue Mikrobenart benötigt nur wenig Sauerstoff
Video
Im Juni 2010 war die Ölwolke im Meer 35 Kilometer lang
Die Forscher berichten, dass die neu entdeckte Mikrobenart beim Zersetzen des Öls kaum Sauerstoff verwende. Sie haben mehr als 200 Wasserproben untersucht und dabei festgestellt, dass die Bakterien in ungewöhnlich großer Menge in den Schwaden aufgetreten sind. Bei dem Tempo, mit dem sie das Öl zersetzten, könnte die Ölwolke schon verschwunden sein, schreiben die Wissenschaftler. Allerdings sei das nicht sicher und müsse noch überprüft werden. Die US-Regierung hatte unter Berufung auf eigene Wissenschaftler Mitte August 2010 berichtet, 75 Prozent des Öls im Golf sei bereits verschwunden - entweder verdunstet, zersetzt oder auch von Menschenhand abgeschöpft oder abgefackelt.

Mineralsalze für Ölabbau im Meer notwendig
© ap Lupe
Die neu entdeckten Bakterien können Öl schnell zersetzen (roter Kreis)
Mitte August 2010 hatten US-Wissenschaftler des Woods-Hole-Instituts für Ozeanographie jedoch mitgeteilt, dass das Öl nicht so rasch wie erhofft auf natürliche Weise von Mikroben abgebaut wird. Auch der Meeresbiologe Prof. Friedrich Widdel zweifelt daran, dass die Bakterien das Öl in so kurzer Zeit abgebaut haben. "Bakterien können durchaus Öl im Meer abbauen, aber das ist ein Prozess, der sich über Monate oder gar Jahre hinzieht. Zudem brauchen die Bakterien dafür Mineralsalze. Diese sind zwar im nährstoffreichen Golf vorhanden, aber sicher nicht in so großem Maße."

Nach dem Untergang der BP-Bohrinsel "Deepwater Horizon" Ende April 2010 hatten Forscher im Juni 2010 eine 35 Kilometer lange Wolke aus kleinen Öltröpfchen im Meer entdeckt. Damals strömte noch massenhaft Öl aus einem Leck ins Wasser, bis BP-Ingenieure es Mitte Juli 2010 provisorisch mit einem Deckel verschlossen hatten. Anfang September 2010 will BP das defekte Bohrloch mit Schlamm und Zement endgültig verschließen.

Aus dem Leck eineinhalb Kilometer unter der Meeresoberfläche waren seit Ende April 2010 insgesamt etwa 660.000 Tonnen Öl ins Meer geströmt. Die Ölpest gilt als bislang schwerste in der Geschichte der USA.

nano spezial
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Glossar
Ölpest vor US-Küste
Die Ölpest im Golf von Mexiko gilt als die schlimmste Umweltkatastrophe der USA bisher. Ein Rückblick über die Ereignisse.
Interview
"Das dauert Jahre"
So viel Öl kann noch nicht aus dem Golf von Mexiko verschwunden sein, wie die USA behaupten, so der Meeresbiologe Prof. Friedrich Widdel.
Literatur
Hazen TC et al (2010) Deep-Sea Oil Plume Enriches Indigenous Oil-Degrading Bacteria. Science Online-Veröffentlichung
DOI: 10.1126/science.1195979
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