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Sendung
24. Mai 2013
Affe Video
Seinen Lebensraum wollen die Gründer der Suchmaschine "Ecosia" retten
Grüner suchen im Netz
Öko-Suchmaschine "Ecosia" will Regenwald retten
"Unsere Nutzer haben 37 Millionen Quadratmeter Regenwald gerettet", so die Öko-Suchmaschine "Ecosia". Sie hält das Versprechen auch fast.
"Ecosia funktioniert wie jede andere Suchmaschine auch", sagt ihr Erfinder Christian Kroll. Bei Recherchen nach populären Wörtern wie "Kredit" erscheinen neben den Ergebnissen gesponserte Links, sprich Werbung. Bei jedem Klick darauf verdient Ecosia Geld. Das können ein paar Cent sein, im günstigsten Fall etwa ein Euro. Bei rund zwei Prozent der Suchanfragen klicke ein Nutzer auf Werbung, sagt der 26-jährige Kroll. "Das bedeutet, dass wir etwa 0,13 Cent pro Suche verdienen."

80 Prozent ihrer Einnahmen spendeten sie an das Regenwald- Schutzprojekt des WWF, sagt Kroll. Die Naturschutzorganisation schützt damit laut Vertrag Urwald im Juruena Nationalpark am Amazonas. Entsprechend des durchschnittlichen Verdienstes von Ecosia würden mit jeder Suche etwa zwei Quadratmeter Regenwald geschützt. Ecosia sei die klimafreundlichste Suchmaschine, weil außerdem alle ihre Server mit Ökostrom betrieben werden.

Der WWF verwendet das Geld für sein Regenwald-Projekt in Brasilien. Juruena ist seit 2006 als Nationalpark ausgewiesen. Er steht damit bereits unter Schutz und wird nicht größer, wie der WWF einräumt: "Aber er muss geschützt werden: Das Geld, um diese Fläche zu schützen, kommt auch durch Ecosia herein."

Jede Anfrage könnte eine Tasse Tee erhitzen
Jana Kroll Lupe
Jana Kroll surft umweltfreundlich
"Für meine persönliche CO2-Bilanz sind grüne Suchmaschinen natürlich höchstens ein Gimmick", sagt Andreas Grabolle von der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft "CO2online". Jede Abfrage, die über das weltweite Rechnernetz läuft, verursacht klimaschädliches CO2. Laut Google entsteht bei einer Suche 0,2 Gramm Kohlendioxid, einige Forscher haben gar einen Ausstoß von mehreren Gramm kalkuliert. Ein US-amerikanischer Physiker rechnete aus, dass mit jeder Web-Suche so viel Energie verbraucht wird, wie man benötigt, um eine Tasse Tee zu erhitzen. Durch Internetsuchen verursache ein Nutzer pro Jahr zwischen 200 und 400 Gramm CO2. Bei insgesamt elf Tonnen CO2-Ausstoß, für die ein Deutscher jährlich verantwortlich sei, falle das kaum ins Gewicht. "Ich finde die Öko-Suche trotzdem gut, weil Suchmaschinen einen immer stärker wachsenden Anteil an der weltweiten CO2-Produktion haben", sagt Grabolle, "und weil solche Initiativen Druck auf Google ausüben, auch seine Server grüner zu machen." Doch selbst die große Suchmaschine hat den Klimaschutz längst für sich entdeckt. Über seine Tochterorganisation "Google.org" finanziert der Konzern mit mehreren Millionen Euro jährlich gemeinnützige Projekte - zum Klimaschutz, aber auch um Aids zu bekämpfen sowie Forschung und Wirtschaft zu fördern.

Die Such-Technik für Ecosia hat Kroll nicht selbst entwickelt. Sie kommt von Microsofts Bing und Yahoo. Diese liefern auch die gesponserten Links. Dafür bekommen die Unternehmen eine Umsatzbeteiligung. Hauptprofiteur bleibe mit mehr als 50 Prozent Anteil jedoch Ecosia, beteuert Kroll.

Die Idee des "grünen Suchens" ist nicht neu. Die Betreiber der australischen Suchmaschine Ecocho wollten als Ausgleich für ihren CO2-Ausstoß Emissions-Zertifikate kaufen und Bäume pflanzen. Die ebenfalls von Kroll entwickelten Ecosia-Vorläufer Forestle und Znout basierten auf einem ähnlichen Ansatz. Pro Tag hatte Forestle 100.000 Nutzer, die 250.000 Suchen erledigten. 2,8 Quadratkilometer Regenwald sollen mit der Suchmaschine bereits unter Schutz gestellt worden sein. "Mit Ecosia wollen wir bei den Nutzern in die Millionenbereiche", sagt Kroll.

Die Rechnung - viel Suchen und viel Klicken gleich mehr geretteter Regenwald - geht jedoch nicht auf. Eine künstliche Suche verbraucht unnütz Energie und verprellt womöglich Werbekunden, die nur für echte Interessenten zahlen wollen.

Krombacher-Regenwaldprojekt
"Nur ein Heftpflaster"
"Es gibt Riesenprobleme um das ganze Projekt", sagt der Fotograf und Naturschützer Karl Ammann zum "Krombacher-Regenwaldprojekt".
Mediathek
VideoWeitere Statements von Jana Kroll in unserer Mediathek.
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VideoStatements von Jörn Ehlers, Leiter der Pressestelle des WWF, in unserer Mediathek.
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