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Notunterkünfte Video
Zehntausende Haitianer leben noch in provisorischen Notunterkünften
Haiti - ein geschundenes Land
Der Wiederaufbau im Karibikstaat stockt
Fünf Jahre nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti beklagen Menschenrechtler die schwere Lage von Zehntausenden Flüchtlingen.
Mehr als 85.000 Menschen lebten in dem verarmten Karibikstaat noch in provisorischen Notunterkünften, schreibt die Menschenrechtsorganisation Amnesty International in einem Bericht. Seit 2010 seien zudem über 60.000 Menschen Opfer von Zwangsräumungen geworden. Ein Viertel der Bewohner von insgesamt 123 Notlagern sei gegenwärtig dieser Gefahr ausgesetzt, hieß es. Nach Amnesty-Angaben werden die Flüchtlinge oft mit Gewalt vertrieben. Neben privaten Grundbesitzern beteilige sich auch der Staat an den Zwangsräumungen.

Angesichts der Naturkatastrophe in einem der ärmsten Länder der Welt wurden neun Milliarden US-Dollar an Hilfsgeldern zugesagt. Aber ein großer Teil des Geldes kam nie an. Die politisch instabile Lage und der Ausbruch der Cholera behinderten die eigenen Anstrengungen des Landes. In den ersten Wochen und Monaten nach dem Erdbeben in Port-au-Prince funktionierte die Nothilfe, doch der längerfristige Wiederaufbau ist ins Stocken geraten.

Auch für die 4000 Haitianer, die durch das Erdbeben Gliedmaßen verloren, gibt es kaum Hilfe. In Haiti fehlen Spezialisten, die Prothesen bauen und den Amputierten beibringen, sie zu benutzen.

Nach dem Wiederaufbau hat sich allerdings auch manches zum Besseren gewandt. Die neue fast 160 Kilometer lange, zweispurige Schnellstraße zwischen der Hauptstadt Port-au-Prince und Gonaives im Norden hat nicht mehr viel Ähnlichkeit mit der vorherigen Buckelpiste. Hunderte neue Schulen wurden gebaut, in Cap-Haitien ist ein internationaler Flughafen entstanden. Etliche Hotels eröffneten, darunter erstmals seit Jahrzehnten bekannte Ketten wie "Best Western". Die Summe ausländischer Direktinvestitionen stieg 2014 auf 250 Millionen US-Dollar nach vier Millionen Dollar im Jahr 2001.

In der Innenstadt von Port-au-Prince errichten Bauarbeiter heute die Grundmauern für neue Regierungsbüros. Die Trümmer des früheren Nationalpalastes wurden geräumt. Den zerstörten historischen Eisenmarkt baute der größte Arbeitgeber des Karibikstaates, der Mobilfunkanbieter "Digicel", wieder auf.

Am 12. Januar 2010 hatte ein Erdbeben der Stärke 7 den Karibikstaat erschüttert. 250.000 Menschen starben, 300.000 weitere wurden verletzt. Außerdem verloren 1,2 Millionen Haitianer ihr Dach über dem Kopf.

Glossar
Haiti
Haiti nimmt die westliche Hälfte der Karibikinsel Hispaniola ein, östlich schließt sich die Dominikanische Republik an.
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VideoDas nächste Beben könnte die Hauptstadt treffen
Nahe von Port-au-Prince treffen die Nordamerikanische Platte und die Karibische Platte aufeinander. (Beitrag vom 12. Januar 2011)
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