Robotertanz © epa
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Tänzchen fürs Publikum: Roboter spielen auf dem digitalen Volksfest eine zentrale Rolle.
Künstliche Intelligenz und Roboter sind im Trend
Die Digitialmesse findet von 11. bis 15. Juni in Hannover statt
Die IT-Messe will sich neu erfinden: Sie präsentiert sich dieses Jahr erstmals als eine Art digitales Volks- und Erlebnisfest.
Im Fokus der Veranstaltung stehen Trends rund um künstliche Intelligenz, humanoide Roboter und autonomes Fahren. Ein weiterer Schwerpunkt der Cebit ist das Cloud-Computing. Die Veranstalter rechnen mit rund 2800 Ausstellern aus 70 Ländern.Zum Auftakt machte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) seinen Eröffnungsrundgang durch die Hallen der komplett neu ausgerichteten Veranstaltung. Seit Dienstag ist die Cebit auch für das breite Publikum geöffnet. Am ersten Besuchertag füllten sich die Hallen zunächst noch schleppend. Viele der Besucher reagierten jedoch positiv auf die neue Cebit mit ihren Erlebnis-Angeboten. Es wird sich wohl erst am Ende der Veranstaltung zeigen, ob die Neuausrichtung angenommen wird. Seit 1986 fand die Cebit jährlich im Frühjahr vier Wochen vor der Hannover Messe statt.

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Reporter Ralph Benz auf Messerundgang © ZDF
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Klartext und Wortwitz: Peter Altmaier bei der Eröffnung

Künstliche Intelligenz "Made in Germany" - das ist Altmaiers Credo bei der Cebit, die er als Vertreter von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit einer ebenso eloquenten wie leidenschaftlichen Rede eröffnete. Selbstironisch, und mit viel augenzwinkerndem Wortwitz macht er unmissverständlich klar, dass sich Deutschland und Europa beim Wettlauf um die hellsten Köpfe besser positionieren müsste. "Wir müssen gut sein, und wir müssen auch drüber reden", sagt er. Auch mit Hinweis auf die sich verändernde Weltpolitik fordert er dabei bessere Förderbedingungen für die Ansiedlung ausländischer Tüftler wie auch für heimische kreative Jung-Unternehmer. Es gehe ihm darum, Arbeitsplätze wieder nach Deutschland zu holen, sagt er - aber auch darum, die Möglichkeiten der künstlichen Intelligenz als neuer Basistechnologie nicht zu verschlafen. Dann sagte er Sätze wie: "Wir nehmen den Kampf auf um die klügsten Maschinen, aber auch die humanste Arbeitswelt." Die Cebit müsse als selbstständige Messe und "Flaggschiff deutscher Exzellenz" auch künftig erhalten bleiben. Altmaier kultiviert einen anderen Stil als Merkel, die bei ihren Messe-Rundgängen gerne ihr Interesse zur Schau stellt. Der Minister zückt zwischendurch auch schon mal sein Handy, um eingehende Nachrichten zu prüfen. Dazwischen ein routiniertes Lächeln oder ein hochgereckter Daumen für den Tross der Fotografen und Kameraleute, der im Vergleich zu Merkels Rundgängen eher überschaubar ist. Leidenschaft blitzt jedoch auf, wenn er - etwa bei jungen Unternehmensgründern - aufmunternde Schulterklopfer verteilt. Er hoffe, dass unter ihnen einer sei, der mit seinen Ideen die Welt verändere, sagt er - und dankt den anderen für ihren Mut.

Sorgen um Sicherheit, Vielfalt und Cloud-Computing

Der IT-Mittelstand sieht die digitale Vielfalt in Gefahr. Er schlägt angesichts der marktbeherrschenden Stellung nur einiger globaler Software-Giganten Alarm. "Monopole oder Oligopole bedrohen die Vielfalt und den Mittelstand", betonte der Vorsitzende des Bundesverbands IT-Mittelstand (BITMi), Oliver Grün, auf der Messe. Sie gefährdeten die digitale Souveränität. Nötig seien Organisationsstrukturen, die - ähnlich dem genossenschaftlichen Prinzip - die Kräfte der mittelständischen Unternehmen bündelten.

Problemfeld Sicherheitsbedenken und Cloud-Computing
Laut dem Branchenverband Bitkom habe sich Cloud-Computing zwar bei vielen Unternehmen in Deutschland durchgesetzt, doch die Sorge um die Datensicherheit hält einer aktuellen Studie zufolge auch immer noch Firmen von der Nutzung öffentlicher Cloud-Angebote ab. Fast zwei Drittel der Nichtnutzer von Public-Cloud-Lösungen fürchteten einen unberechtigten Zugriff auf sensible Unternehmensdaten, berichtete der Digitalverband auf der Cebit. Nach der Umfrage haben 56 Prozent dieser Firmen Sorge, dass Daten verloren gehen, 50 Prozent beklagen eine unklare Rechtslage. Auf lange Sicht werde jedoch kaum ein Unternehmen auf die Nutzung von Cloud-Angeboten verzichten können, sagte Axel Pols von Bitkom Research. "Die Cloud ist die Basis für viele Innovationen."

Die geäußerten Bedenken seien vermutlich häufig auch ein Vorwand, die Umstellung aufzuschieben. Anbieter müssten aber in jedem Fall mehr Überzeugungsarbeit leisten. In den vergangenen 12 Monaten habe es der Umfrage zufolge mehr Sicherheitsvorfälle in der internen IT in Unternehmen gegeben als in der Public Cloud, sagte Peter Heitkamp von der Beratungsgesellschaft KPMG. Ein Viertel der Nutzer von Public-Cloud-Angeboten hat demnach Sicherheitsvorfälle beklagt, 30 Prozent registrierten sie in der internen Infrastruktur. Insgesamt ist die Nutzung von Cloud-Angeboten 2017 weiter leicht gestiegen, auch die Datensicherheit werde zunehmend positiv bewertet, sagte Pols. Das wachsende Vertrauen zeige sich daran, dass immer mehr Unternehmen auch kritische Informationen in die Cloud auslagerten, sagte Heitkamp. 75 Prozent der Unternehmen gaben an, dass Public-Cloud-Angebote den ortsunabhängigen Zugriff auf ihre IT verbessert hätten. Und 50 Prozent der Nutzer sehen demnach die Sicherheit ihrer Daten verbessert. Jedes fünfte Unternehmen gab an, dass der Verwaltungsaufwand gesenkt werden konnte.

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Homepage Cebit 2018
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Glossar
Künstliche Intelligenz
Als Teilgebiet der Informatik beschäftigt sich die künstliche Intelligenz damit, menschenähnliche Intelligenz nachzubilden.
Rückblick
Cebit 2017
"Hallo Computer" - was auf der Enterprise gelingt, ist heute noch ein Problem. Auf der Technologiemesse Cebit konnte man erste Schritte sehen.
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Jaron Lanier ist ein Insider. Aus dem Silicon Valley. Ein Pionier des Netzes. Und heute sein schärfster Kritiker.