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Bis 2040 soll der Verkehr auf Chinas Straßen komplett elektrisch rollen.
China fährt smart
Chinesische Autobauer sind längst Wettbewerber im globalen Automarkt
Im rasant wachsenden Zukunftsmarkt E-Mobilität setzt China mit Elektroautos neue Maßstäbe.
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Bei der "Beijing Motor Show" sind Verbrennungsmotoren die Ausnahme.
Chinesische Autobauer setzen auf die Froschtaktik: Statt sich ein aussichtsloses Duell mit deutschen Ingenieuren um die filigransten Motoren und Getriebe zu liefern, haben sie eine Technologiestufe übersprungen und konzentrieren sich auf die Entwicklung von E-Autos. Der Staat greift ihnen mit einer protektionistischen Industriepolitik unter die Arme. Die Deutschen investierten zwar entschlossen in die neue Technik - sind allerdings spät dran. "Deutsche Firmen haben noch nicht viel zu bieten, wenn es um E-Autos geht", sagt der chinesische Autoanalyst Jia Xinguang. Zwar will Volkswagen bis 2022 mit seinem Partner in China 15 Milliarden Euro in die Hand nehmen, um in Zukunftstechnologien wie E-Mobilität und autonomes Fahren zu investieren. Mit Sol bringen die Wolfsburger in der zweiten Jahreshälfte eine neue E-Marke auf den chinesischen Markt. "Wir wollen in all diesen Schlüsselbereichen, in denen die Zukunft der Mobilität entschieden wird, vorne dabei sein", sagt VW-China-Chef Jochem Heizmann.Bis dato hat die Marke VW in China allerdings noch kein einziges E-Auto auf der Straße - anders als die chinesische Konkurrenz. BYD, der nach Verkaufszahlen größte E-Hersteller des Landes, hat schon neun E-Modelle im Angebot.

Geely, der umtriebige Konzern des chinesischen Automilliardärs Li Shufu, der gerade knapp zehn Prozent an Daimler übernommen hat, verkauft mit seiner Kernmarke drei elektrische Fahrzeugtypen auf dem Heimatmarkt und will so schnell es geht ins Ausland expandieren. Auch junge chinesische E-Auto-Startups wie Byton und NIO haben globale Expansionspläne. 770.000 Autos mit elektrischem Antrieb wurden allein im vergangenen Jahr in China verkauft, fast alle davon von heimischen Anbietern.

Die Regierung treibt die rasante Entwicklung voran
Bis 2040 soll der Verkehr komplett elektrisch rollen. Erste Maßnahmen zur Umsetzung dieses Ziels hat die chinesische Regierung bereits eingeleitet. Die Wartezeiten für die Zulassung von E-Autos sind deutlich kürzer als für herkömmliche Autos. Und es gibt Subventionen für Autos mit Elektroantrieb, die als Teil der Lösung im Kampf gegen die dreckige Luft in den Metropolen gesehen werden. Vom kommenden Jahr an tritt dann noch eine Produktionsquote für E-Autos von zunächst zehn Prozent in Kraft. Auch die Infrastruktur will China von heute 200.000 Ladestationen auf 4,8 Millionen ausbauen.
Chinas Regierung unterstützt die Hersteller. Und umgekehrt erhält der Staat etwas: Jedes Elektroauto liefert Daten an einen zentralen Rechner. Ladezyklen, gefahrene Strecken, Pannen - alles wird minutiös registriert und läuft im Shanghai Data Center zusammen.

Boom bei E-Autos
Elektrorepublik China
Während Deutschland noch diskutiert, macht China Nägel mit Köpfen: Nirgendwo fahren so viele Elektroautos auf den Straßen wie in der Volksrepublik.
Überwachungsstaat China
Ständig beobachtet
China plant die totale Überwachung. In der "neuen Ära des Sozialismus chinesischer Prägung" ist der Aufbau eines weltweit einmaligen digitalen Kontrollapparats geplant.