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Der weltweite Trend zum Fliegen ist ungebrochen.
Grüner fliegen?
Elektrisches Fliegen ist ein großes Thema auf der Luftfahrtmesse ILA
Die Luft- und Raumfahrtindustrie gilt als besonders innovativ. Ein heißes Eisen: Wie lassen sich Emissionen senken?
Noch nie sind weltweit so viele Menschen in Flugzeuge gestiegen wie 2017. Weltweit hatten Fluggesellschaften in diesem Jahr nach UN-Angaben 4,1 Milliarden Passagiere transportiert, gut sieben Prozent mehr als 2016.

Die Luftfahrtbranche muss sich Gedanken machen: Über emissionsärmere und auch über leisere Flugzeuge. Wie kann fliegen grüner werden? Das ist eine der großen Fragen, auf die die Branche Antworten sucht. Dabei geht es auch um synthetisch verbesserte Treibstoffe, mit denen Flugzeuge weniger Schadstoffe ausstoßen. Oder um das elektrische Fliegen.

Passagiere könnten nach Einschätzung von Experten schon Ende des nächsten Jahrzehnts in kleinen Flugzeugen mit Elektroantrieb abheben. "Wir brauchen noch etwa zehn Jahre: fünf Jahre für die Forschung, fünf Jahre für die Entwicklung", sagte Rolf Henke, Vorstandsmitglied im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. "Dann könnte es einen elektrisch betriebenen 19-Sitzer geben." Das wären kleine Zubringer-Maschinen für den Regionalverkehr.

Zunächst werde voraussichtlich mit Hybrid-Antrieb geflogen, so Henke. Dabei unterstützt ein Verbrenner den Elektromotor, denkbar sei auch eine Gasturbine oder Brennstoffzelle. "Wir tasten uns nach und nach an das Thema heran", sagte Henke. "Die Batterien sind noch nicht so weit." Äußerlich könnten sich diese Flugzeuge von herkömmlichen unterscheiden, etwa indem sie ohne Propeller auskommen. "Es geht ja nicht nur darum, CO2 zu vermeiden, sondern auch den Lärm zu senken."

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