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Der Hauptprozessor ist das Herz jedes Computersystems.
Kernschmelze im Prozessor
Über zwei Schwachstellen können Hacker den Chip angreifen
Rund um den Globus mussten Smartphones, Computer und Server geupdated werden - wegen Sicherheitslücken im Hauptprozessor. Die Schwachstellen stellen laut Experten die größte Gefahr seit Jahren dar.
Das Problem wurde bereits letztes Jahr entdeckt und am 3. Januar öffentlich gemacht. Seit Sommer arbeiten die Chipkonzerne daran, Lösungen zu finden, damit Hacker die Fehler nicht mehr ausnutzen können.

Was ist das Problem?
Es gibt zwei Schwachstellen bei Mikroprozessoren, denen die Namen "Kernschmelze" (Meltdown) und "Geist" (Spectre) gegeben wurden. Über sie ist es möglich, an Passwörter und andere vertrauliche Daten zu gelangen. Die Angriffsstellen liegen in der Art und Weise, wie Computer versuchen, zu erraten, was Nutzer wohl als nächstes tun. Dieser Vorgang ist als spekulative Ausführung (speculative execution) bekannt.

Wie schlimm ist es?
Fast jedes moderne von Chips gesteuerte Gerät ist von den Fehlern betroffen. Laut den Chipherstellern sowie großen Technologiekonzernen wie Google sind die Sicherheitslücken bisher nicht von Hackern ausgenutzt worden. Experten zufolge dürfte sich die "Meltdown" genannte Schwachstelle, die Intel-Halbleiter sowie einen Prozessor von Softbank-Tochter ARM betrifft, leichter ausspähen lassen. Viele rechnen da bald mit Angriffen durch Schadsoftware. Um über "Spectre" an Informationen zu kommen, ist wohl ein direkterer und damit schwierigerer Zugriff auf den Chip nötig.

Was tun die Chiphersteller?
Sie arbeiten seit Sommer 2017 mit Google, Microsoft, Apple und anderen Technologiekonzernen an Softwarelösungen, um die Sicherheitslücken zu schließen.

Haben die Updates Nebeneffekte?
Der Hersteller Intel sprach zuletzt von Leistungseinbußen von bis zu zehn Prozent. Ein typischer Computernutzer sollte davon zu Hause oder am Arbeitsplatz allerdings wenig zu spüren bekommen. Beim Speichern eines Dokumentes oder Öffnen von Fotos soll es demnach kaum zu Verzögerungen kommen. Probleme gab es allerdings bereits bei der Interaktion mit anderer Software. So mussten Antivirus-Entwickler Veränderungen beim Windows-Betriebssystem vornehmen, damit der "Meltdown"-Fehler behoben werden konnte.

Wie werden solche Schwachstellen in Zukunft vermieden?
ARM-Chef Simon Segars sagte, die künftigen Chipgenerationen sollten flexibler werden. So müssten mehr Transistoren eingesetzt werden, was nur geringfügige Zusatzkosten mit sich bringe, aber es leichter mache, bestimmte Funktionen oder Eigenschaften aus- oder anzuschalten. Dies würde es ermöglichen, dann schneller auf Fehler reagieren zu können. Zugleich warb Segars für eine engere Zusammenarbeit zwischen Chipherstellern und den Machern von Betriebssystemen, um Kollisionen zu vermeiden.

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