Seilbahn © dpa
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Eingeweiht: Die neue Seilbahn der Superlative soll ab sofort 580 Personen pro Stunde befördern.
Auf die Zugspitze getrieben
Die alte und neue Seilbahn stellen dabei Rekorde auf
Nach drei Jahren Planung und drei Jahren Bauzeit ist es soweit: Die neue Seilbahn auf Deutschlands höchsten Berg kann den Betrieb aufnehmen.
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Die Baurabeiten waren eine echte Herausforderung.
Die 50 Millionen Euro teure Seilbahn bietet gleich drei Weltrekorde: Mit 3213 Metern Abstand von der einzigen Stütze bis zur Bergstation ist die zu überwindende Entfernung so groß wie bei keiner anderen Seilbahn. Einzigartig ist auch der Höhenunterschied von 1945 Metern zwischen Tal- und Bergstation. Und keine andere Pendelbahn der Welt hat eine Stahlbaustütze von 127 Metern Höhe. Zum Vergleich: Die Türme der Münchner Frauenkirche sind 100 Meter hoch. Die erste Fahrt findet mit Festgästen und dem kirchlichem Segen von Münchens Erzbischof, Kardinal Reinhard Marx, und der evangelischen Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler statt.

Nichts für Menschen mit Höhenangst
Blick nach oben: 127 Meter hoch ist der weltgrößte Seilbahn-Pfeiler. © dpa Blick nach oben: 127 Meter hoch ist der weltgrößte Seilbahn-Pfeiler.
Blick nach unten: vom 2962 Meter hohen Gipfel der Zugspitze. © dpa Blick nach unten: vom 2962 Meter hohen Gipfel der Zugspitze.

Abschied von der Eibsee-Seilbahn
Eibsee-Seilbahn © dpa Die alte Bahn soll zum Ausstellungsstück werden.
Die alte Bahn soll zum Ausstellungsstück werden.
Die neue Seilbahn löst die 1963 eröffnete Eibsee-Seilbahn ab, die nun nach 54 Jahren ausgemustert wird. Sie hat mehr als 21 Millionen Menschen auf die Zugspitze befördert und dabei - rechnerisch - 76 Mal die Erde umrundet. Die alte Seilbahn konnte auf einer Länge von 4,5 Kilometern maximal 240 Menschen pro Stunde befördern. Die neue wird nach Angaben der Zugspitzbahn eine Kapazität von 580 Passagieren stündlich haben. Überbrückt hat die seilbahnlose Zeit zwischen Abbau der alten und Inbetriebnahme der neuen Bahn auf deutscher Seite die 100 Jahre alte Zahnradbahn mit einer erhöhten Fahrgast-Kapazität. Außerdem fährt auf österreichischer Seite eine Seilbahn von Ehrwald zum Gipfel.

"Bei der Eibsee-Seilbahn handelt es sich um eine einzigartige technische Leistung, was Höhenunterschied, Streckenlänge, Stützenstandort, Baudurchführung und die geologischen Rahmenbedingungen betrifft", würdigt Peter Huber, technischer Vorstand der Zugspitzbahn die nun ausgemusterte Bahn. Sie überwand den mit 2000 Metern weltweit größten Höhenunterschied einer Seilbahn. Und nach Höhenmetern bemessen sind die beiden Kabinen 3,5 Mal zum Mond geschwebt. Dennoch stieß die Seilbahn an ihre Kapazitätsgrenzen, weshalb sich die Bayerische Zugspitzbahn AG mit Sitz in Garmisch-Partenkirchen für einen kompletten Neubau entschied.

Komplett auf die in die Jahre gekommene Seilbahn verzichten müssen die Besucher der Zugspitze indessen auch nach der Inbetriebnahme der Nachfolgerin nicht. "Die beiden Kabinen bekommen einen Ehrenplatz", weiß Sprecherin Verena Lothes. Wo sie künftig bestaunt werden können, wird aber noch nicht verraten.