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Landstraße Video
Tödliche Unfälle passieren meist auf Landstraßen (Beitrag vom 27. Januar 2016)
Auf der Landstraße lauert der Unfalltod
Zu hohe Geschwindigkeit, zu viele Alleebäume
Landstraßen in Deutschland sind gefährlich - fast zwei Drittel der Verkehrstoten sterben dort. Fachleute halten Tempo 80 für ein Gegenmittel.
2014 waren es 2019 Opfer. Viele Landstraßen sind schmal, kurvig, sie haben unbefestigte Seitenstreifen und bieten schlechte Sicht zum Überholen. Für die allgemein zulässige Höchstgeschwindigkeit von 100 Stundenkilometern seien sie nicht gebaut, sagt Christian Kellner, Hauptgeschäftsführer des deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR).

"Für Straßen, die weniger als sechs Meter breit sind, sollte es deshalb ein Tempolimit von 80 Stundenkilometern geben", fordert Kellner. Zustimmung erhält er von Kay Nehm, dem Präsidenten des Verkehrsgerichtstages. "Um die Unfallzahlen auf Landstraßen zu senken, muss man mehr Geschwindigkeitsbeschränkungen einführen."

Das sei sinnvoll, findet Hannelore Herlan von der Deutschen Verkehrswacht. Auch für den Unfallforscher Siegfried Brockmann steht fest: "Auf schmalen Landstraßen sollte grundsätzlich höchstens Tempo 80 erlaubt sein." Das gelte auch für Alleen. Brockmann warnt: Die von Bäumen ausgehende Gefahr werde von Autofahrern in der Regel unterschätzt.

Und das hat Folgen: "Etwa 20 Prozent aller Verkehrstoten sterben an Bäumen", sagt Kellner. "Das ist irrsinnig. Wir müssen da etwas tun." Ein Mittel: Leitplanken an Alleen. "Dadurch könnte die Wucht des Aufpralls gemindert werden."

Auch mehr Überholverbote könnten zur Sicherheit beitragen, meint Kellner. Dabei wäre für ihn die ideale Landstraße dreispurig. "Wenn mal die eine und dann die andere Seite überholen kann, ist der Überholdruck nicht da."

Info
Deutscher Verkehrsgerichtstag
Beim Deutschen Verkehrsgerichtstag (VGT) in Goslar diskutieren Fachleute vom 27. bis zum 29. Januar 2016 über aktuelle Fragen des Verkehrs und Verkehrsrechts. In diesem Jahr soll unteranderem darüber diskutiert werden, ob der "Idiotentest" schon nach Alkoholfahrten mit 1,1 Promille angeordnet werden soll (bisher 1,6 Promille). Themen sind außerdem der Einsatz von Aufnahmen von "Dashcams" auf dem Armaturenbrett von Autos als Beweismittel in Prozessen, die mögliche Abschaffung der Blutprobe bei Promillesündern und Möglichkeiten, Verkehrsprozesse zu beschleunigen.
Vision Zero
Das Ziel: Null Unfallopfer
Ab 2015 sollte es in Schweden keine Verkehrstoten mehr geben: Das war die "Vision Zero". Das hat nicht geklappt - aber die Zahl der Opfer hat sich doch deutlich reduziert.
Umstrittenes Tempolimit
Rasen ohne Limit
Ein generelles Tempolimit auf deutschen Autobahnen machte die Straßen sicherer, wenn sich auch die Fahrkultur ändere, meint Prof. Justin Geistefeldt.