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im Workshop Video
Ein Hacker hat zwei Tage lang Ermittler in seinem "Handwerk" geschult
Hacker mit Lizenz
Polizei und Steuerfahnder lernen Cyberkriminalität
Die Mitarbeiter von Bundes- und Landeskriminalämtern sowie Steuerfahnder lernen in Workshops mit Praxisübungen, wie Cyberkriminelle vorgehen.
Der Chef des Bundeskriminalamtes (BKA), Holger Münch, will einen Schwerpunkt bei der Bekämpfung der digitalen Kriminalität setzen. Die Cyberkriminalität entwickle sich sehr schnell weiter. "Polizeien haben Schwierigkeiten, dieser Dynamik zu folgen", sagte Münch im November 2014. Die Sicherheitsbehörden müssten künftig über die Grenzen von Bund und Ländern hinweg enger zusammenwachsen.

"Wir werden auch überlegen müssen, ob wir gemeinsame Kompetenzzentren bilden. Nicht jeder kann alles leisten." Der Vorteil dieser Entwicklung sei, dass man sich viel stärker auf gemeinsame Standards einigen müsse.

Die Entschlüsselung von Daten sei nur mit sehr teurer Technik möglich. Dafür seien ganze Entschlüsselungszentren nötig. "Sie müssen versuchen, da mit einer entsprechenden Power gegenzuhalten", sagte Münch. Dafür brauche man Personal und Geld. "Das schafft nicht mehr eine Behörde alleine."

70 Prozent der Fälle werden niemals aufgeklärt
"Wir können im Moment nur 30 Prozent der Fälle von Cybercrime im engeren Sinne aufklären", hatte Münchs Vorgänger Jörg Ziercke im November 2014 festgestellt. "Das bedeutet, 70 Prozent werden nicht aufgeklärt. Das kann niemanden zufriedenstellen."

2013 wurden 64.426 Fälle erfasst. 2009 waren es 50.254. Dabei werden viele begangene Straftaten noch nicht einmal registriert: "Eine Dunkelfelduntersuchung des Landeskriminalamtes Niedersachsen aus dem Jahr 2013 kommt zu dem Ergebnis, dass lediglich neun Prozent aller Delikte im Bereich Cybercrime angezeigt werden", heißt es im Bundeslagebild des BKA.

Als aktuelle Cybercrime-Phänomene gelten der Diebstahl digitaler Identitäten (etwa Account-Daten von E-Mail- oder E-Commerce-Konten), eine Zunahme digitaler Erpressungen sowie wieder steigende Fallzahlen beim Phishing. Bei Letzterem geht es etwa um das Abgreifen der Zugangsdaten fürs Online-Banking. Täter hätten sich inzwischen auf verbesserte Sicherheitsvorkehrungen der Banken eingestellt, so dass die Fallzahlen nach nahezu einer Halbierung 2012 im darauffolgenden Jahr 2013 wieder deutlich gestiegen seien.

"Wer anonym handeln kann, der ist eher bereit, Grenzen zu überschreiten und Rechtsverletzungen zu begehen", sagte Ziercke. "Internetkriminalität führt zu einer Entpersonalisierung kriminellen Verhaltens: Wer im Internet mit einem Mausklick Tausende schädigt, der muss seinen Opfern nicht in die Augen sehen. Das heißt, die psychologische Hemmschwelle ist für den Täter im Internet deutlich niedriger."

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