Junge Frauen mit Smartphones
BeitragBeitrag
Am Smartphone gibt es viel zu entdecken - das füllt drei Stunden des Tages.
Außer Kontrolle
Junge Leute drei Stunden täglich am Smartphone
Jugendliche würden gezwungen, an Gruppen in den sozialen Medien teilzunehmen, sagt der Brandenburger Jugendpsychiater Dr. Ulrich Preuß. Das erzeuge Druck.
Junge Menschen verbringen drei Stunden pro Tag am Smartphone. Das haben Forscher um den Bonner Informatiker Prof. Alexander Markowetz herausgefunden. "Das Smartphone wurde im Durchschnitt täglich 135 mal eingeschaltet", schildert er. Das bedeute, dass - bei einem Wachzeitraum von 16 Stunden - das Smartphone "alle siebeneinhalb Minuten" eingeschaltet werde. Die Ergebnisse lägen noch deutlich über den Werten, die in einer Pilotstudie zuvor ermittelt worden seien, erklärte Markowetz. Danach hatte ein Durchschnittsnutzer alle zwölf Minuten und 80 Mal am Tag sein Smartphone aktiviert. Genutzt werden laut Markowetz vor allem Facebook und der Kurznachrichten-Dienst Whatsapp.

Die Ergebnisse erhielten die Bonner Forscher über die App "Menthal", die Smartphone-Nutzer herunterladen können, um ihr Verhalten zu messen. Innerhalb weniger Monate ließen sich laut Markowetz 150.000 Nutzer registrieren. In einer nicht repräsentativen Stichprobe haben die Forscher die Aktivitäten von 500 Nutzern ausgewertet, meist im Vielnutzer-Alter zwischen 17 und 23 Jahren. Umfassendere Studien sollen folgen.

Medienexperten geben Tipps gegen Smartphone-Stress
© dpa
BeitragBeitrag
Nicht jede Nachricht muss man auch sofort lesen.
Nutzer sollten vorher überlegen, was sie im Chat klären wollten und wo ein persönliches Gespräch angezeigt sei, heißt es im Ratgeber "Schau hin!". "Ein kurzer Anruf ist oft effektiver als ewig hin und her zu tippen." Weiter empfehlen die Experten Eltern und ihren Kindern, den Nachrichtenfluss in sozialen Netzwerken nur in bestimmten Abständen zu checken und die Push-Nachrichten so einzustellen, dass nicht jeder Neueingang von anderen Dingen ablenke. Push-Nachrichten sind Informationen oder Benachrichtigungen, die direkt auf dem Handy angezeigt werden. Auch helfe es, bei Messengern die Statuseinstellungen so zu ändern, dass nicht jede Nachricht einen Zwang auslöse, direkt darauf antworten zu müssen.

Wichtig seien aber vor allem handyfreie Pausen. Eltern sollten dabei selbst Vorbild sein. Familien, denen der Verzicht aufs Smartphone schwerfalle, empfiehlt der Ratgeber eine "Challenge" in Form einer Handypyramide. Dabei würden alle Handys übereinander gestapelt. "Wer seines als erstes nutzt, hat verloren."

"Schau hin! Was Dein Kind mit Medien macht" ist eine gemeinsame Initiative des Bundesfamilienministeriums, des Telekommunikationsunternehmens Vodafone, der beiden öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF sowie der Programmzeitschrift "TV Spielfilm". Der Medienratgeber für Familien unterstützt seit 2003 Eltern und Erziehende dabei, ihre Kinder im Umgang mit Medien zu stärken.

Neue Smartphone-Trends
Am Handgelenk
Bei der wichtigsten Mobilfunk-Messe Mobile World Congress in Barcelona geht es längst nicht mehr nur um Smartphones: Auch Computer-Uhren und 3D-Brillen spielen eine Rolle.
Spion Handy
Datenleck Smartphone
Nur die Hälfte der Apps für Smartphones entspricht den deutschen Datensicherheitsstandards, sagt Tobias Berlin von "Mediatest digital".
Smartphones zuhauf
Neu muss es sein
Unterschiede zwischen Smartphone-Modellen sind kaum wahrzunehmen. "Es geht darum, möglichst oft in den Medien zu sein", sagt Achim Barczok von der Computerfachzeitschrift "c't".
Info