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Bau der Windkraftanlage Video
In Hannover steht die erste Windkraftanlage, deren Mast aus Holz gebaut ist
Holz statt Beton
Holz-Windkraftanlagen sind leicht zu transportieren
Mit einer Windkraftanlage aus Holz wollen zwei Unternehmer den Weltmarkt erobern. Die achteckige Konstruktion aus Brettsperrholz-Platten ist 100 Meter hoch.
Der Prototyp des nach Firmenangaben weltweit ersten Windkraftwerks auf einem Holzturm steht auf dem Gelände der Universität Hannover. "Wir wollen Windkraftanlagen 10 bis 20 Prozent günstiger machen", sagte der Geschäftsführer von "TimberTower", Holger Giebel.

Anders als bei Stahltürmen seien den hölzernen Windkraftanlagen, was die Höhe betrifft, keine Grenzen gesetzt, erläuterte Giebel. Einen weiteren Vorteil sehen die Entwickler darin, dass Holz aus der Region genutzt und lokale Unternehmen eingebunden werden können.

Der Rohstoff Holz lässt sich regional gewinnen
"Es ist ein neues Konzept, das noch in der Erprobung ist", sagte ein Sprecher des Bundesverbands Wind-Energie. "In bergigen Regionen mit engen und schlecht befestigten Straßen ist der Transport schwerer Turm-Elemente eine Herausforderung." Die kleineren und leichteren Bauteile der Holztürme könnten schwer zugängliche Standorte erschließen, weil man sie auch per Helikopter anliefern könne, sagte der Sprecher.

Im Moment seien allerdings Stahltürme sowie Hybridtürme aus Beton und Stahl die erste Wahl in Waldgebieten. "Holztürme bieten bisher noch nicht die erforderlichen Turmhöhen von 130 bis 140 Metern", erklärte der Sprecher.

Seit 2006 tüftelt Giebel gemeinsam mit dem Ingenieur Gregor Prass an der Idee. In einer ersten Phase bis 2011 flossen 2,5 Millionen Euro in das Projekt - auch das Land Niedersachsen beteiligte sich. Zur Verfügung stehen jetzt ausreichend Mittel eines privaten Investors, des Pharma-Unternehmers Prof. Edwin Kohl. "TimberTower" will 2013 zehn Türme bauen, für 2014 ist die Serienproduktion avisiert.

Äußerlich unterscheidet sich der Turm kaum von Stahl- oder Betonkonstruktionen. Er ist mit einer hellgrauen Kunststoffhülle überzogen, die das Holz schützt, und steht auf einem Betonfuß. Die 1,5-Megawatt-Windkraftanlage der Firma "VENSYS Energy AG" wird oben an einem Stahlaufsatz befestigt.

Am Anfang hätten sie viel Überzeugungsarbeit leisten müssen, erinnerte sich Giebel. "Der Maschinenbauer denkt zunächst, Stahl sei leistungsfähiger als Holz." Der Turm aus Brettsperrholz sei aber durch eine eigens entwickelte Klebe- und Verbundtechnik besonders stabil. An der Entwicklungsarbeit waren Forscher der Technischen Universitäten Dresden und München, der Uni Hannover sowie die Hochschule Rhein-Main in Wiesbaden beteiligt.

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