Frau am Computer Video
Internetseiten wie Artigo.org beziehen Laien spielerisch in die Forschung ein
Mehr als nur ein Online-Spiel
Viele Laien unterstützen die Forschung übers Netz
Spielerisch Forschung und Wissenschaft unterstützen - das können Internetnutzer etwa beim "Milky Way Project" oder auf "Artigo".
In diesen Projekten beteiligen sich viele Menschen an ihren Computern an Rechenprozessen, für die menschliche Intelligenz notwendig ist. "Human Computation kann auf extreme vielen Gebieten angewandt werden und gute Ergebnisse liefern", sagt der Informatiker Prof. François Bry von der Uni München. "Ich habe neuerdings ein bißchen überlegt, wie man 'Human Computation' für die Risikoschätzung benutzen könnte. Etwa für die Arbeit, die die Rating-Agenturen leisten. Das könnte man mit 'Human Computation' wahrscheinlich viel besser machen und viel schneller eine Risikoeinschätzung liefern."

Beim "Milky Way Project" analysieren Freiwillige Teleskopaufnahmen und melden Wissenschaftlern, wenn ihnen etwas besonderes auffällt. So tragen Laien dazu bei, die Entstehung des Universums zu analysieren. Außerdem stellen Teilnehmer Rechenleistung ihrer Computer zur Verfügung.

Computerspiel für Kunstliebhaber
Auf der Spielplattform Artigo können Internetnutzer das Auge schärfen, etwas über Kunst lernen und die Wissenschaft unterstützen. Die Spieler geben dort beim Betrachten eines Kunstwerkes spontan Schlagworte ein. Zwei einander unbekannte Spieler werden jeweils zusammengeschaltet, um relevante Begriffe selektieren zu können: Ein Schlagwort wird nur dann in die Datenbank übernommen, wenn es unabhängig von beiden Nutzern genannt wird, die im Falle eines gemeinsamen Treffers Punkte erhalten.

"Gerade für Kunstinteressierte bietet Artigo eine gute Möglichkeit, ihr Wissen über Bilder, Künstler, Stile und Epochen spielerisch zu erweitern", sagt der Kunsthistoriker Prof. Hubertus Kohle. "Wir aber profitieren von der Fantasie der Spieler und einer beständig anwachsenden Sammlung an Schlagworten." Ziel des Projektes ist es, Kunstwerke wie Gemälde, Zeichnungen und Statuen auch einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.

"Die Nutzer sollen Werke im Netz aufspüren können, auch wenn sie nur thematisch suchen wollen" sagt der Informatiker Prof. François Bry, der maßgeblich an der Entwicklung der Kunst-Suchmaschine beteiligt war, auf der Artigo basiert. "Die Schlagworte werden künftig auch unspezifische Suchen erleichtern – selbst wenn weder Titel noch Künstler des Werkes bekannt sind."

Die Forscher arbeiten auch eng mit mehreren Museen zusammen, die ihren Kunstbestand in die Datenbank eintragen und so ihre Bestände einer breiteren Öffentlichkeit präsentieren können.

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