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Windräder Video
Das ganze Jahr über ist Feldheim unabhängig von externer Stromversorgung
Ein Dorf klemmt sich vom Stromnetz ab
Überschüssige Energie bringt Zusatzeinnahmen
Das 150-Einwohner-Dorf Feldheim versorgt sich autark mit Strom und Wärme aus Windkraft- und Biogasanlagen.
Gemeinsam mit den Bewohnern betreibt das Unternehmen "Energiequelle" ein Wärmeversorgungssystem aus Biogas. Reicht das nicht aus, steht noch ein kleines Holzhackschnitzel- Kraftwerk zur Verfügung.

Der Strom für Feldheim wird vor allem aus dem nahe gelegenen Windpark abgezapft. Für 450.000 Euro wurde ein neues Leitungsnetz verlegt, das Wärmenetz kostet 1,7 Millionen Euro. Werner Schlunke, Vorsitzender der örtlichen Agrargenossenschaft, ist fest davon überzeugt, dass sich die regenerative Energieversorgung rechnet. "Auf die Idee kommt man, wenn man sieht, wie viel man bezahlt und wie wenig man das beeinflussen kann." Bauer Schlunke ist so etwas wie der David im Kampf gegen die Marktmacht der Konzerne, Filmteams aus Japan und Südamerika waren schon bei ihm, um sich erklären zu lassen, wie ein Dorf in Deutschland plötzlich aus der Energieversorgung aussteigen kann.

Die überschüssig produzierte Energie bringt Feldheim zudem Zusatzeinnahmen. Der Strompreis beträgt 16,6 Cent - das sind 25 Prozent weniger als normalerweise zu berappen sind. Da sich der Anbau von Zuckerüben und Kartoffeln kaum noch rechnete, wird nun auf 300 Hektar der insgesamt 1700 Hektar der Agrargenossenschaft Mais angebaut. Die Biogasanlage braucht 18 Tonnen Maissilage, 2 Tonnen Roggen und 17 bis 18 Tonnen Gülle pro Tag. Die beim Vergären in der Biogasanlage übrig gebliebenen Gärreste lassen sich als geruchsneutraler Dünger wieder für die Felder nutzen.

Feldheim zeigt, dass Ökostrom und Energie aus landwirtschaftlichen Rohstoffen stark an Bedeutung gewinnen. Biogas-Anlagen und Biomasse-Kraftwerke sind als einzige neben Atom und Kohle grundlastfähig - das heißt sie können durch ständiges Verfeuern kontinuierlich Energie liefern, anders als Wind oder Sonne. Aber Biomasse ist für die Strom- und Wärmeversorgung in großem Stil bisher nicht in ausreichendem Maße vorhanden.

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