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Feuer Video
Immer wieder haben Polystyrolplatten verheerende Brände befeuert
Feuer unterm Dach
Feuerwehr kritisiert Dämmstoff Polystyrol
Da Dämmplatten aus Polystyrol Brände beschleunigen können, fordert Reinhard Ries vom Deutschen Feuerwehrverband, dessen Einsatz zu begrenzen.
In höheren Mehrfamilienhäusern oder Gewerbebetrieben könne er zu verheerenden Bränden führen. Freistehende Einfamilienhäuser sind weniger in Gefahr. Polystyrol ist in Deutschland der meist verwendete Isolierstoff für Häuserfassaden.

Polystyroldämmplatten können Feuer befeuern
Feuer Video
Dämmplatten aus Polystyrol halten einem Feuer nicht lange genug stand (Beitrag vom 10. Januar 2012)
Im Falle eines Feuers können Wärmedämmverbundsysteme mit Polystyrol zum Brandbeschleuniger werden, so die Materialprüfanstalt in Braunschweig. Wärmedämmverbundsysteme mit Polystyrol müssen die Anforderungen der Brandschutzklasse B1 (schwer entflammbar) erfüllen, eine Voraussetzung für ihre baurechtliche Zulassung für Mehrfamilienhäuser.

Zwanzig Minuten hätte das Wärmedämmverbundsystem eines Markenherstellers der Einwirkung heftig lodernder Flammen standhalten müssen. Doch das System fing so schnell Feuer, dass ein Versuch der Feuerwehr bereits nach acht Minuten außer Kontrolle geriet. Die Feuerwehr musste wegen der heftigen Flammen und extremer Rauchgasentwicklung unter Atemschutz umgehend löschen.

Entscheidend für die rasante Brandausbreitung könnte eine Abweichung im Prüfaufbau gewesen sein. Für den Versuch wurde bewusst auf den Einbau eines Brandschutzstreifens aus nicht brennbarer Mineralwolle über dem simulierten Fenstersturz verzichtet, so der Norddeutsche Rundfunk (NDR). Der Verzicht spiegelt die Praxis wider - bei der Wärmedämmung wird entweder ganz oder teilweise auf Brandschutzstreifen verzichtet. Das kann verheerende Folgen haben - so im Juni 2011 beim Großbrand einer Wohnanlage im niedersächsischen Delmenhorst.

Verstöße führten zu Düsseldorfer Flughafen-Brand
Dämmplatten aus Polystyrol hatten auch zu einem verheerenden Brand im Düsseldorfer Flughafen im April 1996 geführt. Die Verantwortlichen des Flughafens und der Berufsfeuerwehr sowie der Architekt hätten den Einbau von brennbarem Dämmaterial in die Decken- und Wandverkleidungen zugelassen, obwohl sie wussten, dass dies nicht zulässig war, erklärte der ermittelnde Staatsanwalt Uwe Kessel 1998. So hätten der Bauleiter des Flughafens und der Chef der Feuerwehr bei mehreren Tests festgestellt, dass die verwendeten Polystyrolplatten trotz eines Schutzanstrichs brennbar waren. "Es gab nichtbrennbare Materialien, die waren aber wesentlich teurer", sagte Kessel.

Das Feuer auf dem Düsseldorfer Flughafen im April 1996 war die bislang schwerste Brandkatastrophe auf einem deutschen Passagierflughafen. 17 Menschen kamen in den Flammen ums Leben, 88 wurden verletzt. Der Brand war in der Ankunftshalle des Charter-Airports ausgebrochen; Schweißarbeiten hatten das Feuer ausgelöst.

Zunächst bemerkt niemand den Schwelbrand
Am Nachmittag des 11. April - auf dem Flughafen herrscht Hochbetrieb - beginnen Bauarbeiter mit Schweißarbeiten an einer Zufahrtstraße über der Ankunftshalle. Unbemerkt rutschen glühende Metallteile durch eine Dehnungsfuge in die mit dem brennbaren Dämm-Material Polystyrol gefüllte Zwischendecke. Ein Schwelbrand entsteht, ohne dass jemand darauf aufmerksam wird. Plötzlich reißt die Decke auf und eine riesige Feuer- und Rauchwalze fegt durch die Halle.

Zu diesem Zeitpunkt halten sich dort 2500 Menschen auf. Für viele von ihnen kommt die Fluchtaufforderung aus den Lautsprechern zu spät: 16 Menschen, darunter ein Kind, verbrennen oder ersticken qualvoll, ein Flughafengast erliegt später im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen. Feuerwehrleute, teilweise selbst ohne ausreichende Schutzkleidung, finden die Toten in einer VIP-Lounge, auf der Toilette und in einem Fahrstuhl - neun Menschen waren ahnungslos mit dem Lift vom Parkhaus direkt in das Inferno gefahren.

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