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Mann vor Computer Video
Die beste Methode, seine Daten zu schützen, ist zu wissen, welche man eingibt
Auf immer Datenkrake
Facebook behält die Daten ehemaliger Nutzer
Hamburger Datenschützer verdächtigen Facebook, Internet-Aktivitäten von Nutzern im Netz zu verfolgen - selbst wenn diese ihr Konto deaktiviert haben.
Neugieriges NetzwerkVideoNeugieriges Netzwerk
Der Spion in der TascheVideoDer Spion in der Tasche

Einen eindeutigen Beleg dafür präsentierten sie nicht, werfen Facebook nach einer umfangreichen Prüfung aber vor, falsche Angaben über den Einsatz von Cookies zu machen. Das sind kleine Dateien, mit denen zum Beispiel eine Website einen Nutzer wiedererkennen kann. Facebook wies die Vorwürfe abermals zurück und stellte auch in Frage, ob mit der Methode der Datenschützer die Funktionsweise der Cookies umfassend analysieren werden konnte.

"Das Ergebnis der Prüfung erweckt den Verdacht, dass Facebook Trackingprofile der Nutzer erstellt", erklärte der Hamburger Datenschützer Johannes Caspar. Das hieße, dass Facebook auch die Aktivitäten von Nutzern im Netz nachverfolgen kann. Die Datenschützer stören sich vor allem daran, dass das "datr"-Cookie für zwei Jahre auf dem Computer bleibe, auch wenn ein Facebook-Nutzer sein Konto bei dem Dienst deaktiviert habe - oder auch wenn jemand, der kein Mitglied des Netzwerks ist, eine Facebook-Seite besuche. Dieses Cookie werde von Facebook-Plugins auf anderen Websites erkannt, es könne zumindest bei Mitgliedern eindeutig einem bestimmten Nutzer zugeordnet werden.

Facebook versicherte bisher stets, die insgesamt vier verschiedenen Cookies würden vor allem für mehr Nutzer-Komfort, Personalisierung, Sicherheit und Jugendschutz eingesetzt. Laut Caspar zeigte sich bei der Überprüfung aber, "dass die Angaben von Facebook über den Zweck dieser Cookies im Wesentlichen nicht zutreffen".

Die Datenschützer analysierten bei ihrer Untersuchung, ob sich die Facebook-Seite mit und ohne die Cookies unterschiedlich verhält. Dafür spielten sie mehrere Szenarien durch, bei denen die Cookies laut Facebook zum Einsatz kommen könnten - beispielsweise, wenn Kinder im Alter unter 13 Jahren versuchen, nach einem abgewiesenen Anmeldeversuch ein höheres Alter anzugeben. Die Datenschützer prüften auch, was passiert, wenn bei der Anmeldung wiederholt ein falsches Passwort eingegeben wird, oder wenn ein Zugang zu einem Konto wiederhergestellt werden muss.

Facebook kann Nutzer jederzeit identifizieren
Caspars Team kam bei den Tests zu dem Schluss, dass die von Facebook genannten Aufgaben auch mit "deutlich restriktiveren, datenschutzfreundlicheren Parametern der Cookies" erledigt werden könnten. Die Cookies seien aber "in der Lage, den Browser bzw. Benutzer im Sinne eines durch Facebook jederzeit auflösbaren Pseudonyms eindeutig zu identifizieren".

Caspar sagte daraufhin, das Setzen der Cookies lasse sich mit der bisherigen Argumentation von Facebook nicht rational begründen. "Die Argumentationslast, wonach die Cookies nicht für Trackingzwecke benutzt werden, liegt hier klar auf Seiten von Facebook. Andere Zwecke sind für uns gegenwärtig nicht ersichtlich", betonte Caspars Mitarbeiter Ulrich Kühn. Tracking als Verwendungszweck der Cookies liege sehr nahe, wenn sie schon nicht die Funktionen erfüllen, für die sie laut Facebook eingerichtet werden.

Facebook beharrt darauf, dass die Aktivitäten von Nutzern im Internet nicht verfolgt würden. Das Netzwerk habe einen "offenen Kommunikationskanal" mit Caspar und seinem Team und hätte gern bereits während der Untersuchung die nötigen technischen Informationen zugeliefert, sagte eine Sprecherin.

In Deutschland geht bereits der schleswig-holsteinische Datenschützer Thilo Weichert gegen Facebook-Fanseiten und den Gefällt-Mir-Button vor. Er sieht in ihnen einen Verstoß gegen Datenschutz-Bestimmungen und forderte alle öffentlichen Stellen im Bundesland auf, sie nicht mehr zu verwenden.

Verräterischer "Gefällt mir"-Knopf bei Facebook
Facebook hat seine "Gefällt mir"-Knöpfe für Dritte freigegeben: Die Schaltflächen können jedem Text und jedem Produkt beigestellt werden. Facebook ermöglicht es sogar, seine Kommentarfunktion unter Artikel und Blogeinträge anderer Seiten zu stellen. Datenschützer mahnen, schon der Aufruf einer entsprechenden Seite führe zur Übertragung bestimmter Daten an Facebook. Facebook erfasse damit systematisch das Surfverhalten der Internetnutzer.

Seit Juni 2011 ermöglicht das soziale Netzwerk, mit einer Gesichtserkennung zu erfassen, wer auf eingestellten Fotos zu sehen ist. Die Nutzer sollen damit ihre Fotos leichter beschriften können. Außerdem sollen sie informiert werden, wenn andere ein Foto einstellen, auf dem sie zu sehen sind. Diese Funktion ist zwar auf die eigenen Freunde bei Facebook begrenzt. Letztlich heißt das aber auch: Das US-Netzwerk ist in der Lage, biometrische Daten zu verarbeiten - so wie das auch Ermittler tun. Datenschützer sind nicht zuletzt deshalb in Sorge.

Facebook gibt Nutzern eine Liste ihrer Daten
Es gibt einen einfachen Weg, herauszufinden, welche Daten über ein Mitglied bei Facebook gespeichert sind. Das Online-Netzwerk gibt den Nutzern die Möglichkeit, sie sich herunterzuladen. Die Liste der Informationen, die dieser Download enthält, gibt auch Aufschluss darüber, welche Arten von Informationen auf den Servern lagern. Laut Facebook sind es:

  • die Profilinformationen (Kontaktdaten, Interessen, Gruppen);
  • Pinnwandeinträge und Inhalte, die ein Nutzer in sein Profil eingestellt hat - oder auch dessen Freunde;
  • Fotos und Videos, die ein Nutzer hochgeladen hat;
  • die Freundesliste;
  • Notizen, die ein Nutzer verfasst hat;
  • Veranstaltungen, für die ein Nutzer zu- oder abgesagt hat;
  • Nachrichten, die ein Nutzer versendet und erhalten hat;
  • jegliche Kommentare, die ein Nutzer oder dessen Freunde an seinen Pinnwandeinträgen, Fotos und anderen Profilinhalten hinterlassen haben.

Die Natur des Teilens in einem Sozialen Netzwerk erschwert das Entfernen. So kann es passieren, dass jemand das Bild eines Facebook- Freundes in sein eigenes Profil einbindet. Wenn der Autor es in seinem Profil löscht, wäre es zwar bei ihm nicht mehr zu sehen - beim Freund aber weiterhin. Damit würde es weiter auf Facebook-Servern lagern. Bilder, auf denen Personen abgebildet sind, kann man nach europäischem Recht aber auch komplett überall entfernen lassen.

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Selbstverpflichtung
Ein Kodex fürs soziale Netz
Deutschlands Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) peilt einen ersten Entwurf einer geplanten Selbstverpflichtung für Online-Netzwerke in Deutschland bis Anfang März 2012 an. Der Kodex werde zunächst auf die Bereiche Daten-, Jugend- und Verbraucherschutz eingehen, hieß es nach einem Gespräch mit Anbietern wie Facebook und Google. Friedrich setzt auf freiwillige Zugeständnisse der Online-Wirtschaft, was von einigen Datenschützern kritisiert wird. Zugleich schloss der Minister "flankierende gesetzliche Schritte" nicht aus, wenn bei den anstehenden Gesprächen keine angemessenen Regelungen gefunden würden.
Datenschutz-Einstellungen
Aktive Nutzer
Die allermeisten Mitglieder sozialer Netzwerke machen sich Gedanken um den Schutz ihrer Daten und werden dabei selbst aktiv. 77 Prozent aller Nutzer von Diensten wie Facebook, Google+ oder den VZ-Netzwerken haben die Datenschutz-Einstellungen in ihrem meistgenutzten Netzwerk angepasst, wie eine Umfrage im Auftrag des Branchenverbandes Bitkom ergab. Weitere neun Prozent haben sich nach eigenen Angaben bewusst entschieden, die vorgegebenen Einstellungen zu behalten.
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Facebook sammelt nun auch biometrische Infos
Facebook hat die automatische Geschichtserkennung in Deutschland und weiteren Ländern aktiviert. Datenschützer üben Kritik.
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Trackingverdacht bei Facebook
"Prüfung von Facebook-Cookies offenbart Widersprüche" von Hamburgs Datenschutzbeauftragten