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Thermobild © dpa, Greenpeace Video
Dämmung kann die Wärmelöcher stopfen, verändert aber das Aussehen
Im Dämm-Wahn
Gebäudesanierung verändert das Stadtbild
Gebäudesanierung gehe oft auch anders, meint Jascha Braun von der Initiative "Gegen die Zerstörung historischer Fassaden durch Wärmedämmung".
Das Erscheinungsbild lasse sich oft retten. Beispielsweise könne man die Sanierung auf den Hof beschränken und so auch Energie sparen wie bei einem Energie-Effizenzhaus in Berlin-Köpenick. Luftwärmepumpen und Sonnenenergie unterstützen die Ökobilanz.

"Nur bestimmte Maßnahmen" bei einigen Häusern
Fassade Video
Michael Braum von der Bundesstiftung Baukultur fürchtet um die Vielfalt (Beitrag vom 10. November 2011)
Gebäudesanierung will vor allem bei kulturell bedeutenden Häusern wohlüberlegt sein, meint Prof. Michael Braum von der Bundesstiftung Baukultur in Berlin. "Es gibt Häuser, in denen man nur bestimmte Maßnahmen machen kann." Dies gelte vor allem für die Gebäude aus der Zeit vor 1918, die nicht unter Denkmalschutz stehen. So dämmen die bis zu 40 Zentimeter dicken Ziegelmauern gut, würden aber nicht bei der Berechnung der Einspareffekte einbezogen. So komme man nicht auf 50, sondern nur 10 bis 15 Prozent Energieeinsparung, hat das Institut für Wirtschaftsforschung in Halle berechnet.

Auch seien die alten Baumaterialien gut zu entsorgen, sagt Sachverständiger Prof. Axel Rahn. "Wenn wir diese Gebäude mit Wärmedämmverbundsystemen bekleiden, müssen wir wissen, dass wir darauf eine Kunststoffhülle aufbringen, die aus unterschiedlichsten Materialien besteht und deren Dauerhaftigkeit nicht 120 Jahre ist, sondern höchstens 70. Und nach 70 Jahren wissen wir nicht, was wir damit tun sollten. Wir haben dann einen Riesenberg Sondermüll."

Bis 2050 sollen alle Häuser energieneutral sein
Die Regierung fordert in ihrem Energiekonzept, dass bis 2050 alle Gebäude so saniert werden, dass sie am besten keine Energie mehr verbrauchen - und wenn, dann nur Öko-Energie. Nur so könnten die Klimaschutzziele erreicht werden. Als erstes müssen bis 2020 die vor 1980 gebauten Häuser auf Vordermann gebracht werden. Fast 50 Prozent des Energieverbrauchs gehen in Deutschland für das Heizen und Warmwasser drauf. Am liebsten wären der Regierung Häuser, die keine Heizung mehr brauchen. Allein über die Körpertemperatur der Bewohner und die Wärme der Elektrogeräte heizen sich solche Passivenergie-Wohnungen auf.

Das Handwerk hingegen sieht in dem Plan ein hervorragendes Konjunkturprogramm. Von etwa 30 Millionen Altbauten wurden bisher eine Million Gebäude energetisch saniert. Als erstes sollen nun alle vor 1980 gebauten Häuser auf den modernsten Sanierungsstand gebracht werden. Bei den Bauexperten türmen sich die besorgten Mails und Briefe, wie das denn nun mit dem Sanierungszwang gemeint sei.

Es soll entgegen den ursprünglichen Planungen keinen Zwang zur Sanierung von Altbauten mit hohem Energieverbrauch geben. Künftig sollen aber eine Milliarde Euro jährlich für die Förderung von Sanierung und Neubau zur Verfügung stehen, doppelt so viel wie ursprünglich geplant. Im Energiekonzept heißt es, die Bundesregierung wolle "Anreize setzen, aber keine Zwangssanierungen anordnen". Noch in einem ersten Entwurf von Anfang September 2010 war von einem steuerlichen Malus für jene Immobilienbesitzer die Rede, die staatlich vorgegebene Sanierungsvorgaben nicht erfüllen.

Brandgefährlicher Dämmstoff
Feuer unterm Dach
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Klima retten um jeden Preis
Heute schon gedämmt?
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Intelligentes Dämmmaterial
Schlaue Fassaden holen Energie ins Gebäude
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Wärmedämmung
Mineralien im Putz gegen Algen an der Wand
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Strom und Geld sparen
Klimaschutz für daheim
"Man könnte Jahr für Jahr dieStrommenge ersetzen, die ein ganzes Kernkraftwerk produziert" - wenn alle richtig sparen, meint der Mülheimer Energiemanager Prof. Wolfgang Irrek.