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Sendung
20. Juni 2013
Mann lenkt Drachen Video
Wubbo Ockels erzeugt Energie aus Drachen. Sie sollen kilometerweit aufsteigen
Drachen statt Atomkraft
Wubbo Ockels erzeugt mit Lenkdrachen Energie
Einen Drachen aufsteigen zu lassen und damit Energie zu erzeugen, immer da, wo gerade der Wind bläst - diese Idee verfolgt Wubbo Ockels.
"Ich sehe sehr klar den großen Nutzen: Man hat einfach unendlich oder fast unendlich viel Energie da oben", so Ockels. "Die rast einfach vorbei und man kann sie benutzen."

Während die Versuchsdrachen nur 800 Meter hoch steigen, will Ockels einmal die Energie des Jetstreams in zehn Kilometern Höhe anzapfen. Dort herrschen Geschwindigkeiten von mehreren hundert Kilometern pro Stunde.

"Je höher man geht, desto mehr Wind ist dort", sagt Ockels. "Wenn ich einen Kite herstelle, der am besten bei 60 Kilometer pro Stunde funktioniert, kann ich eigentlich fast immer eine Höhe finden, in der sich die 60 Kilometer pro Stunde befinden." Damit sei gewährleistet, dass konstant dieselb Energiemenge geliefert werde.

Mit Kevlar, Polyester und hochreißfesten Kunstfaserseilen lasse sich der Drache relativ leicht herstellen. "Der Trick ist hochzugehen wie ein Drachen, mit viel Ziehkraft den Generator anzutreiben und danach herunter zu fliegen wie ein Flugzeug und die Leine einfach zurückzuholen - ohne dass es Ziehkraft gibt", sagt Ockels. "Das ist der Trick." Mit einem Drachen von zehn Quadratmetern Fläche haben Ockels und sein Team Energie für zehn Wohnhäuser erzeugt.

Nicht nur Astronaut, auch Erfinder und Visionär
Ein Bus für 25 Personen, der es auf 250 Kilometer pro Stunde bringt und dabei soviel Energie verbraucht wie ein Auto bei 100 Kilometern pro Stunde - daran arbeitet Ockels. "Wir haben kein Energieproblem, wir müssen es einfach nur schlauer einsetzen." Es sei möglich, dauerhaft den Energieverbrauch zu reduzieren, ohne sich einschränken zu müssen.

Bei dem von ihm entwickelten umweltfreundlichen High-Tech-Segelschiff sorgen zwei am Rumpf angebrachte Propeller für die Energie, die man auf dem Schiff braucht. "Ich bin davon überzeugt, dass wir in 20 Jahren eine bessere Lösung haben. Diese Hoffnung, die muss man auch immer bewahren." Man solle sich frei fühlen, Kreativität auszuleben und neue Sachen zu entwickeln. "Nicht denken, 'das wird nie geschehen und wir brauchen heute Kernenergie: Das ist ein falscher Gedanke - das ist Angst. Man soll doch Hoffnung haben."

Der Physiker und Astronaut startete 1985 in den Weltraum. "Der Grundgedanke ist: Es ist wunderbar schön, die Erde von außen zu sehen. Zur gleichen Zeit spürt man sofort die Zerbrechbarkeit der Erde. So stark ist sie auch wieder nicht, man kann sie kaputtmachen."

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