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Windräder Video
Den Freunden regenerativer Energien bläst mancherorts der Wind ins Gesicht
Umzingelt von Windrädern
Nach anfänglicher Akzeptanz regt sich Widerstand
Die Bürger von Zeschdorf in Brandenburg wehren sich gegen einen Windpark, der die letzte freie Himmelsrichtung verbauen würde.
Gegen die ersten Windkraftanlagen hatten die Zeschendorfer mehrheitlich nichts einzuwenden. Erst, als die Landschaft um den Ort mehr und mehr zugebaut wurde, mehrten sich die Stimmen gegen die Anlagen. "Wenn ringsherum diese Windräder stehen, das hält keiner aus", sagt die Bürgermeisterin Margot Franke.

Immer mehr Bürger beginnen sich zu wehren
Windräder bei Haus Video
Gegen diese laute Nachbarschaft hilft es nicht, die Polizei zu rufen
"Ich wäre nie hierhin gezogen, wenn ich gewusst hätte, dass ich hier irgendwann nur noch Windräder sehe", sagt auch Ralph Potowski aus dem brandenburgischen Wernitz. Er ist genervt von deren Geräuschen: "Jetzt hören wir dieses 'wupp wupp wupp' die ganze Zeit." Immer häufiger gründen Anwohner Bürgerinitiativen, um sich gegen Windräder in ihrer Umgebung zu wehren. "Fast täglich kommen neue Menschen zu uns, die etwas gegen Anlagen in ihrer Nähe unternehmen wollen", sagt Dieter Krämer, Vorsitzender des Bundesverbands Landschaftsschutz.

Die Zunahme von Bürgerinitiativen gegen die modernen Windmühlen ergibt sich aus der hohen Zahl der Windkraftanlagen: 14.653 bundesweit liefern insgesamt rechnerisch 13.400 Megawatt Leistung - damit ist Deutschland absolut gesehen Weltmeister der Windkraft. Ein Großteil dieser Anlagen steht in Norddeutschland, doch auch im Süden wird der Wind zunehmend genutzt. 2007 warnte das Berliner Robert-Koch-Institut auch vor Infraschall durch Windräder. Die unhörbaren Geräusche könnten auf das Nervensystem des Menschen wirken. Deswegen haben viele Bürger Sorgen, dass sich auch in ihrer Nähe bald Rotoren drehen und wehren sich.

Ihre Angst ist nach Ansicht von Krämer berechtigt. Rotorflügel seien schon von drehenden Windrädern abgebrochen und wie Geschosse durch die Luft geflogen, sagt er. Im Winter könnten Regen und Schnee auf den Rotorblättern zu Eisbrocken gefrieren, die laut Krämer bis zu 300 Meter weit weggeschleudert werden. "Hier werden Verletzungen von Menschen billigend in Kauf genommen", beklagt der Vorsitzende. Zusätzlich belästigten Lärm und Schattenwurf der Anlagen viele Anwohner. Der Wert von Immobilien in deren Nähe sinke um ein Drittel.

"Die heutigen Windenergie-Anlagen produzieren sieben Prozent des deutschen Strombedarfs", schildert Dr. Kurt Rohrig vom Fraunhofer-Institut für Windenergie. "Wir rechnen damit, dass in den nächsten zehn Jahren dieser Stand bis zu 20 Prozent ausgebaut wird. Im Binnenland, auch gerade in den südlichen Bundesländern Deutschlands, besteht ein noch nicht gehobenes, enormes Potential für die Windenergie. Wir haben in Studien ermittelt, dass fast die Hälfte des gesamten Strombedarfs allein durch Windenergie im Binnenland gedeckt werden könnte." Mit "Verspargelung" der Landschaft habe das nichts zu tun, meint Rohrig: "Es werden einzelne Windparks in großen Arealen errichtet werden."

Netzausbau
Protest statt Ökostrom
Gelegentlich provozieren die Stromkonzerne die Proteste gegen Trassen für Ökostrom, meint Prof. Olav Hohmeyer, Mitglied des Weltklimarats der Vereinten Nationen.
Gast
VideoZum Thema sprachen wir am 8. November 2011 mit der Magdeburger Psychologin Irina Rau.
Mediathek
Video"Wupp - wupp - wupp" bei Tag und bei Nacht
"Man kann nicht an der Bevölkerung vorbei planen, sondern muss sie früh einbeziehen", sagt Thomas Jacob von der "Volksinitiative Windrad". (Beitrag vom 8. November 2011)
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