Flohkrebse © Hermann Neumann AWI dpa
<i>Epimeria frankei</i> heißt die Neuentdeckung (unten).
Epimeria frankei heißt die Neuentdeckung (unten).
Neue Flohkrebsart
Bis zu drei Zentimeter lang und farbenfroh
Die Nordsee ist sehr gut erforscht, deshalb ist die Entdeckung einer neuen Flohkrebsart überraschend.
Die Entdeckung einer Tierart in der Nordsee sei ein "seltenes Ereignis", erklärte das Alfred-Wegener-Institut (AWI). Das Meer gehöre zu den am besten erforschten maritimen Regionen weltweit. Die Entdeckung machten AWI-Experten gemeinsam mit Kollegen der Universitäten in Oldenburg und Potsdam bei Untersuchungen von Krebstieren. Es handle sich um einen Flohkrebs der Gattung Epimeria, teilte das AWI in Bremerhaven mit. Flohkrebse leben in allen Weltmeeren. In der Nordsee sind sie bis zu drei Zentimeter lang und schillernd rot.

Eine Erbgutanalyse sorgte für Gewissheit
© Jan Beermann AWI dpa Bislang war nur <i>Epimeria cornigera</i> als Nordseebewohner bekannt.
Bislang war nur Epimeria cornigera als Nordseebewohner bekannt.
Bislang waren Biologen davon ausgegangen, dass es in der Nordsee nur eine Spezies von Flohkrebsen gibt. Den Forschern kamen nach eigenen Angaben aber Zweifel, als sie bei den Tieren kleine Unterschiede bemerkten. So hatten einige der von ihnen untersuchten Exemplare spitzere Beinplatten als andere. Nach weiteren Untersuchungen stellte sich heraus, dass es sich tatsächlich um zwei Arten handelt, von denen eine noch nicht beschrieben wurde. In der Nordsee leben neben Flohkrebsen der schon bekannten Spezies Epimeria cornigera auch solche der neuen Art, welche die Wissenschaftler Epimeria frankei tauften.

Bei der wissenschaftlichen Beschreibung der neuen Art ging das Team außerdem neue Wege. Erstmals überhaupt erfolgte diese auch durch Darstellung der kompletten mitochondrialen DNA. Bisher wurden in solchen Fällen meistens nur äußere Merkmale beschrieben. Die Einbeziehung der Erbgutanalyse in die Artbestimmung sei durch den rasanten technischen Fortschritt möglich geworden, berichteten die Forscher. Noch vor wenigen Jahren wäre dies "extrem aufwändig" gewesen. Inzwischen sei es aber einfach. Das biete bei der Erforschung der Biodiversität völlig neue Chancen.

Literatur
Beermann J Westbury M V et al (2018) Cryptic species in a well-known habitat: applying taxonomics to the amphipod genus Epimeria (Crustacea, Peracarida). Scientific Reportsvolume 8, Article number: 6893 DOI:10.1038/s41598-018-25225-x