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Ein Giftanschlag wie der vom 4. März 2018 kann auch für Helfer und Ermittler gefährlich sein.
Gefährlichstes aller Nervengifte
Seit Tagen rätselt die Welt über den Anschlag von Salisbury
Sein Name klingt harmlos, doch Nowitschok (zu deutsch Neuling) gilt als einer der tödlichsten je erfundenen Kampfstoffe.
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Gespräch mit Dr. Ralf Trapp
Sowjetische Forscher entwickelten die Serie neuartiger Nervengifte in den 1970er und 80er Jahren im Geheimen, um internationale Verbote zu umgehen. Es sind nur wenige Details bekannt.Vermutlich besteht Nowitschok aus zwei an sich ungiftigen Komponenten, die ihre tödliche Gefahr erst beim Mischen entfalten. Das Relikt aus dem Kalten Krieg soll fünf bis zehn Mal stärker wirken als der chemische Kampfstoff VX. Mit diesem war 2017 der Halbbruder des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un in Malaysia ermordet worden.

Wie wirkt das Nervengift?
Nowitschok, oft in Form eines extrem feinen Pulvers, gelangt über Haut oder Atemwege in den Körper. Je nach Ausmaß der Vergiftung kommt es zu Bewusstlosigkeit und Herzstillstand oder binnen weniger Stunden zum Erstickungstod. Das Gift ist nur schwer nachzuweisen, die Überlebenschancen sind gering. Selbst bei Vergiftungen dieser Art übliche Gegenmittel wie Atropin können meist nur wenig ausrichten.

Gegen Ende des Kalten Krieges wurden noch Kampfgifte entwickelt
Vil Mirzayanov hat als Chemiker viele Jahre in der ehemaligen Sowjetunion gearbeitet. Er war es, der die Öffentlichkeit in den 1990er Jahren nach dem Zusammenbruch der UdSSR über die Existenz dieser tückischen Kampfstoffe informierte. Heute lebt er in den USA. In seinem 2007 veröffentlichtem Buch beschreibt er detailliert das sowjetische Chemiewaffenprogramm, auch das Nervengift Nowitschok. Dass jemand seine Informationen benutzte, um Nowitschok nachzubauen, schließt er nicht aus.
Selbst wenn Sergej Skripal und seine Tochter den Anschlag überleben sollten, dürften sie nie wieder richtig gesund werden, davon jedenfalls geht Vil Mirzayanov aus: "Leider werden sie ihr ganzes Leben lang leiden. Nicht nur sie. Vielleicht auch einige Leute, welche dem Gas in ihrer Nähe ausgesetzt waren. Es ist gefährlich für alle, die damit in Kontakt kommen. Zum Beispiel für die Helfer, als sie die Gegenmittel verabreichten. Wenn man ohne Schutz, ohne Gasmaske und ohne Spezialkleidung zu den Opfern geht, ist das extrem gefährlich."