Zeichnung © dpa
<i>Chimerarachne yingi</i> ist in der Spinnenwelt bisher einzigartig.
Chimerarachne yingi ist in der Spinnenwelt bisher einzigartig.
Die erste ihrer Art
Chimerarachne yingi könnte noch lebende Verwandte haben
Eine kleine zoologische Sensation: Forscher haben in einem Bernstein eine Spinne mit Schwanz entdeckt.
© dpa 100 Millionen Jahre schlummerte die Spinne im Bernstein.
100 Millionen Jahre schlummerte die Spinne im Bernstein.
Damit unterscheide sich das Tier von allen bekannten lebenden Spinnenarten, heißt es in einer Mitteilung der Universität Kansas (USA). Die neue Spezies ist mit 2,5 Millimeter Körperlänge - ohne den drei Millimeter langen Schwanz - recht klein. Sie wurde Chimerarachne yingi getauft. Das Fossil ist rund 100 Millionen Jahre alt.

Der Bernstein, in dem die Spinne von einem internationalen Forscherteam entdeckt wurde, stammt aus Myanmar (Südostasien). Fündig wurden die Forscher in einer sehr abgeschiedenen Region. Es könnte also möglich sein, dass heute noch Verwandte der Spinne - ebenfalls mit Schwanz - leben. "Wir haben sie noch nicht gefunden, aber einige dieser Wälder sind nicht sehr gut untersucht, und es ist eine winzige Kreatur", sagte Paul Selden von der Universität Kansas.

Über die Lebensweise der Spinne ist wenig bekannt. "Wir können nur spekulieren, dass sie auf Bäumen oder darum herum lebte", sagte Selden. Schließlich sei das Tier im Bernstein gefangen, der aus Baumharz entsteht. Möglicherweise lebte die Spinne unter Baumrinden oder im Moos. Obwohl das Tier Seidenfäden herstellen konnte, sei unklar, ob es auch Netze gebaut habe, sagte Selden.

Literatur
Wang B et al (2018) Cretaceous arachnid Chimerarachne yingi gen. et sp. nov. illuminates spider origins. Nature Ecol. & Evol., doi:10.1038/s41559-017-0449-3
Künstliche Seide
Die spinnen, die Forscher
Weltweit, in Japan, in den USA, in Schweden und in Deutschland versuchen Forscher, Spinnenseide künstlich herzustellen.