Giraffe
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Giraffe ist nicht gleich Giraffe - die Gene brachten es ans Licht.
Mehr als nur eine Giraffenart
Genetische Untersuchungen brachten ein unerwartetes Ergebnis
Giraffen gehören nicht, wie lange Zeit angenommen, zu einer einzigen Art. Genetisch sind sie in vier unterschiedliche Spezies aufgeteilt.
Das ergaben genetische Untersuchungen eines Forscherteams um den Frankfurter Biologen Axel Janke. Die Wissenschaftler hatten Gewebeproben von knapp 200 Tieren aus ganz Afrika unter die Lupe genommen.

Am Anfang des Projekts stand eine Anfrage der "Giraffe Conservation Foundation" (GCF) in Namibia, einer Organisation, die sich ausschließlich dem Schutz von Giraffen widmet. Julian Fennessy, der Co-Direktor der Organisation, wollte herausfinden, wie sehr sich Giraffen in verschiedenen Teilen Afrikas ähneln. Welche Auswirkungen hätte es, Tiere in andere Teile des Kontinents zu bringen, weil sie in ihren ursprünglichen Wanderungsgebieten gefährdet sind? Während in Ost- und Zentralafrika die Zahl der Giraffen stetig zurückgeht, steigt sie im Südlichen Afrika.

Die Arten kreuzen sich in freier Wildbahn nicht
Jede Giraffenart hat ihr eigenes Verbreitungsgebiet.
Jede Giraffenart hat ihr eigenes Verbreitungsgebiet.
Die Untersuchung des Erbgutes überraschte auch die Wissenschaftler: Die Arten unterscheiden sich genetisch stark. "In freier Wildbahn paaren sie sich nicht untereinander," so Janke. Eine Massai-Giraffe aus Kenia würde also etwa in Namibia keine Paarungspartner finden.

"Wir müssen unsere Anstrengungen verstärken", sagt Janke über Konsequenzen der Forschungsergebnisse für den Schutz von Giraffen. So gebe es etwa nur noch wenige Tausend Exemplare der Nubischen Giraffe. "Das heißt, die Gefährdung ist etwa auf dem gleichen Niveau wie beim Nashorn."

Forschung unter erschwerten Bedingungen
Fennessys Mitarbeiter waren teils auf gefährlicher Mission, als sie in Gebieten wie dem konfliktgeladenen Südsudan oder der Zentralafrikanischen Republik Gewebeproben sammelten. "Wir waren in einigen lebensbedrohlichen Situationen", sagt Fennessy. So sei es zu Armeebeschuss aus Hubschraubern und zu Zusammenstößen mit örtlichen Milizen gekommen.

Den Giraffen spüren unter anderem Wilderer auf der Suche nach Buschfleisch nach. Mitunter würden die Tiere auch getötet, weil ihr Fleisch örtlichem Aberglauben zufolge zu Medizin gegen HIV und Aids verarbeitet werden kann. Die größte Bedrohung ist der Verlust und die Zersplitterung von Lebensraum, weil sich menschliche Siedlungen immer weiter ausbreiten, sagte Fennessy über die Lage in Ost- und Zentralafrika. Auch Auswirkungen des Klimawandels gefährdeten den Lebensraum der Tiere.

nano im Senckenberg-Museum
Schatzkammer des Wissens
Naturkundliche Museen bieten nicht nur den Besuchern einen Blick in die Vergangenheit, sie sind auch bei der Forschung ganz vorne dabei.
Literatur
Fennessy J et al (2016) Multi-locus Analyses Reveal Four Giraffe Species Instead of One. Curr Bio Vol 26, Iss 18, 2543-2549