Sternschnuppenhimmel © dpa
Der Himmelsbeobachter stelle sich an einem dunklen Ort, möglichst ohne künstliches Licht, auf.
Der Himmelsbeobachter stelle sich an einem dunklen Ort, möglichst ohne künstliches Licht, auf.
Sternschnuppennacht
Die vielleicht schnellsten Staubteilchen, seit es Staubteilchen gibt
Ein allzu heller Vollmond stört in diesem Jahr die Sicht auf den wiederkehrenden Sternschnuppenschwarm der Perseiden.
Die Sternschnuppennacht fällt 2017 auf den 12. bis 13. August. In dieser Nacht mit den meisten Perseiden geht der abnehmende Mond bereits gegen 23.00 Uhr auf. Vier Tage nach Vollmond ist in der Nacht zum Sonntag die Oberfläche unseres himmlischen Begleiters immer noch zu gut 80 Prozent beleuchtet. Dadurch hellt der Mond den Nachthimmel so sehr auf, dass wahrscheinlich viele kleine Meteore für den Beobachter unsichtbar bleiben werden.

Ihren Namen haben die Sommermeteore vom Sternbild Perseus. Dort liegt der scheinbare Ausgangspunkt der Perseidenmeteore, der Radiant. In Wahrheit kommen die Sternschnuppen aber aus der unmittelbaren Erdumgebung: Auf seiner Bahn um die Sonne kreuzt unser Planet alljährlich zwischen Mitte Juli und Ende August eine Wolke winziger Teilchen, die der Komet Swift-Tuttle auf seiner Bahn um unser Zentralgestirn zurückließ.

Trifft die Erde auf die kosmische Staubspur dieses alle 133 Jahre wiederkehrenden Kometen, dringen die oft nur stecknadelkopfgroßen Partikel mit 60 Kilometern pro Sekunde in die Erdatmosphäre ein - also mit der unfassbaren Geschwindigkeit von 216.000 Stundenkilometern. In einer Höhe von 80 bis hundert Kilometern erzeugen die kleinen Staubteilchen dann die Lichterscheinungen, die Sternschnuppen genannt werden.

Größere Meteore und Feuerkugeln sind gut sichtbar
Auch wenn das Mondlicht in diesem Jahr viele Perseiden verblassen lässt, werden die Lichtspuren der besonders hellen unter den Augustmeteoren am Nachthimmel deutlich sichtbar sein. Denn die größeren Meteore leuchten bei ihrem Eintritt in die Atmosphäre so stark wie helle Sterne und Planeten. Noch heller, aber auch entsprechend seltener sind die so genannten Feuerkugeln. Diese spektakulären Meteore ziehen oft einen farbig nachglühenden Schweif hinter sich her.

Eine besondere Ausrüstung brauchen Himmelsgucker für die Beobachtung der Perseiden nicht - ein Liegestuhl und eine gute Rundumsicht reichen aus. Die besten Beobachtungsmöglichkeiten bietet ein Platz fernab der von Kunstlicht durchfluteten Städte. Wer den Meteorstrom fotografieren will, sollte eine Kamera mit einem Weitwinkelobjektiv auf ein Stativ montieren und eine Langzeitbelichtung wählen.

Info
Laurentiustränen
Im Volksmund heißen die Augustmeteore übrigens "Laurentiustränen". Der Name erinnert an den Heiligen Laurentius, der am 10. August 258 unter der Herrschaft des römischen Kaisers Valerian den Märtyrertod starb. Seither soll es laut der Legende an diesem Tag stets feurige Tränen vom Himmel geregnet haben.