Kühe © dpa
Fleisch und Milch geklonter Rinder sind bereits auf dem Markt.
Fleisch und Milch geklonter Rinder sind bereits auf dem Markt.
Doppelgänger-Fabrik
Schaf Dolly war das erste geklonte Säugetier, aber nicht das letzte
Vor 20 Jahren wurde zum ersten Mal erfolgreich geklont. Was hat sich seit dem getan? Fragen und Antworten zum aktuellen Stand des Klonens in Landwirtschaft und Medizin.
Wie funktioniert das Klonen?
Klone sind genetisch identische Kopien von Lebewesen. Erzeugt werden sie durch Zellkerntransfer. Bei dieser Methode werden Zellen aus dem zu klonenden Tier entnommen und vermehrt. Danach wird die DNA isoliert und in eine entkernte Eizelle einer Leihmutter eingesetzt. Durch elektrische Impulse werden DNA und Eizelle miteinander verschmolzen, zum Wachsen angeregt und zuletzt in die Gebärmutter der Eizelle eingepflanzt. Da in den Mitochondrien der Eizelle noch geringe Mengen DNA des Spendertieres enthalten ist, ist das Tier am Ende nur zu 98 Prozent mit dem geklonten Tier identisch.

Klonen ist zu unterscheiden von Genmanipulation, welche Gene hinzufügt beziehungsweise ausschneidet. Dies dient zur Modifikation von Lebewesen.

Wie sehen die Komplikationen des Klonens aus?
Die Erfolgsrate beim Klonen ist noch gering und die meisten Embryos sterben im Mutterleib ab. Außerdem bringt das Klonen Nebenwirkungen mit sich. Die innere Uhr des Klontiers wird bei der Geburt nicht auf „Null“ gestellt, sondern das Tier hat schon bei der Geburt das genetische Alter des Spendertieres. Dies kann zu frühen Alterskrankheiten führen. Aber auch Missbildungen bei der Geburt sind keine Seltenheit, weshalb die Tiere oft schon jung sterben.

Was bedeutet Klonen für die Landwirtschaft und die Rassenvielfalt?
In manchen Ländern, wie der USA und Argentinien, dürfen Rinder für die Fleisch und Milchproduktion geklont werden. Dazu werden Hochleistungstiere repliziert, die als Zuchttiere dienen. Problematisch könnte das Klonen werden, wenn es exzessiv betrieben wird. Dann könnte die Vielfalt innerhalb einer Art unter dem Klonen leiden. Solange das Klonen aber noch zu teuer ist, um es in Massen zu betreiben, geht noch keine Gefahr davon aus. Außerdem ist es auch ein großes Anliegen der Landwirtschaft, die Rassenvielfalt aufrechtzuerhalten.

Auch im Reitsport wird trotz des hohen Preises Klonen angewendet. Hier ist viel Geld zu holen, wenn ein Spitzenpferd geklont wird und zur Zucht eingesetzt werden kann.

Ist Klonfleisch und –-Milch schon auf deutschen Märkten erhältlich?
In den USA darf die Milch geklonter Rinder und das Fleisch ihrer Nachkommen ohne besondere Kennzeichnung verkauft werden. Ob dies auch in Europa erlaubt sein wird, hat die EU noch nicht entschieden. Dennoch gibt es bereits Klonfleisch auf dem deutschen Markt, denn es darf aus den USA importiert und ungekennzeichnet verkauft werden. Und obwohl das Klonen in Deutschland verboten ist, können Landwirte im Internet Samen von Klonbullen aus den USA kaufen.

Bisher gibt es allerdings noch keine Studien, die negative Auswirkungen von Klonfleisch bestätigen können. Am Ende habe die Klone doch die gleiche DNA wie natürlich gezeugte Rinder.

Was sind andere Anwendungsfelder des Klonens?
Klonen wird in der Medizin mit der Gentechnik kombiniert. So sollen Schweine gezüchtet werden, die ein menschliches Herz in sich tragen, welches zur Organtransplantation verwendet werden kann.

Mit dem Verfahren CRISPR können die Gene gezielt verändert oder ausgetauscht werden. So gibt es schon Rinder, denen keine Hörner wachsen, da das Hörner-Gen aus Ihrem Erbgut heraus geschnitten wurde. Zukünftig soll es auch Kühe geben, die laktosefreie Milch geben oder muttermilchähnliche Milch produzieren.

20 Jahre Dolly
Am Anfang war das Klon-Schaf
Als "Dolly", der erste Klon eines erwachsenen Säugetiers, zur Welt kam, wurde es auf einen Schlag zum berühmtesten Schaf der Welt.