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Fahrradfahrerin mit Smartphone Video
Versuchsteilnehmer protokollieren Emotionen (Beitrag vom 24. September 2015)
Die Emotionen im Blick
Stressmessungen sollen bei Stadtplanung helfen
Der Geoinformatiker Bernd Resch untersucht, an welchen Stellen in einer Stadt Verkehrsteilnehmer Angst oder Stress spüren. So will er herausfinden, wo der Straßenverkehr gefährlich ist.
Die Daten sollen zeigen, wie Bürger ihre Stadt nutzen, wo sie sich wohlfühlen und durch welche Gegebenheiten problematische Situationen entstehen können. Die Forscher messen automatisiert Emotionen und Stresslevels, zusätzlich werten sie öffentlich zugängliche Daten aus sozialen Netzwerken aus.

Für die automatisierte Messung statten die Wissenschaftler Testpersonen mit Sensoren - ähnlich einer Armbanduhr - aus. "Damit können wir die Hautleitfähigkeit, die Körpertemperatur und die Herzfrequenzvariabilität messen, die sich ändern, wenn sich beispielsweise jemand erschrickt", erklärt Resch. Die Messdaten ermöglichen Rückschlüsse darauf, wo es Stress auslösende Verkehrspunkte und somit Verbesserungsbedarf gibt - etwa auf Radwegen, die Radfahrer immer wieder in gefährliche Situationen bringen.

"Mit den Sensoren lässt sich auch das subjektive Sicherheitsempfinden erfassen, zum Beispiel in einer Unterführung. Damit können wir überprüfen, ob ein ‚Angstraum‘ vorliegt und wie mit diesem im Idealfall planerisch umgegangen werden soll", erklärt Bernd Resch. Die Daten sollen aber auch Aufschluss geben über Stress, der durch Lärm oder Hitze verursacht wird, oder über die positive Wirkung städtischer Gestaltungsmaßnahmen wie Grünanlagen als Entspannungsräume.

Daten von Twitter, Facebook und Instagram
"In sozialen Netzwerken wie Twitter, Facebook, Flickr oder Instagram steht uns eine große Menge an subjektiven nutzergenerierten Daten zur Verfügung - eine bestens geeignete Datenquelle in einem Projekt, in dem wir auf die persönlichen Empfindungen von Menschen abzielen", sagt Resch. Auf diese Weise können die Wissenschaftler ihre Ergebnisse validieren, indem sie überprüfen, ob gemessene Empfindungen mit subjektiven Einschätzungen in sozialen Medien übereinstimmen. "Da bei der Auswertung dieser Daten nicht nur der Ort des Geschehens wichtig ist, sondern auch die Semantik der Aussagen, arbeiten wir mit der Computerlinguistik zusammen", erklärt der Geoinformatiker. "Dabei soll der Computer Emotionen kontextbezogen erkennen, so dass die Planer diese besser auswerten können."