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Wissenschaftliche Redlichkeit bleibt manchmal auf der Strecke
Fingierte Daten
Betrug schadet Wissenschaft und Patienten
Universitätsforschung wandelt sich: Der Druck, Drittmittel zu beschaffen, Exzellenz zu beweisen und viel zu publizieren, bringt manchen Forscher dazu, Daten zu manipulieren.
Der deutsche Wissenschaftsrat fordert eine neue hochschulübergreifende Einrichtung, die Hochschulen bei Verdacht auf Plagiate und Fälschungen beraten soll. Das Gremium empfiehlt einen stärkeren Austausch durch Ombudspersonen, um gemeinsame Bewertungsmaßstäbe und Standards zu entwickeln. "Wir brauchen mehr als Regeln", sagte der Vorsitzende des Wissenschaftsrates, Manfred Prenzel. "Wichtig für deren Anwendung und Verinnerlichung ist eine Haltung der Integrität."

Etwa der Druck, möglichst viel in hochrangigen Fachzeitschriften zu veröffentlichen, verstärke zusammen mit heiklen Arbeitsbedingungen den Konkurrenzkampf des wissenschaftlichen Nachwuchses. Abhilfe schaffen könnten die Vermittlung guter wissenschaftlicher Praxis vom Beginn des Studiums an, bessere Beratung sowie eine stärkere Ausrichtung auf Qualität als auf Quantität bei Forschung und Publikationen. Der Hochschulexperte von Bündnis 90/Die Grünen, Kai Gehring, wertet die Empfehlungen als lang erwartetes und notwendiges Signal. "Nötig sind klare und bundesweit einheitliche Mindeststandards zur Qualitätssicherung an jeder Hochschule, um wissenschaftliche Redlichkeit zu beurteilen und überprüfen zu können," so Gehring. Gefragt seien auch Bund und Länder.

Wissenschaftsbetrug ist kein Bagatelldelikt
Enthüllungsplattformen im Internet versteht der Wissenschaftsexperte der SPD, Ernst Dieter Rossmann, "als Baustein zur Selbstkontrolle von Wissenschaft und Forschung". Sie lieferten mit ihren Recherchen Anregungen und Impulse für eine durch Hochschulen und Wissenschaft getragene, sachliche Überprüfung von Betrugsvorwürfen. Gleichzeitig sind sie "ein steter Mahner, dass Wissenschaftsbetrug kein Bagatelldelikt ist und alle Beteiligten weiter daran arbeiten müssen, ihre Bemühungen zur Bekämpfung von Betrugsfällen auszuweiten."

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