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Teilchenbeschleuniger Video
Nach dem Umbau werden Teilchen mit noch höherer Energie aufeinanderprallen
Neustart
Am LHC wird jetzt nach dunkler Materie gesucht
Nach zweijährigen Modernisierungsarbeiten wird der Teilchenbeschleuniger "Large Hadron Collider" (LHC) voraussichtlich Ende März 2015 wieder gestartet.
Das teilte Rolf-Dieter Heuer, Generaldirektor am Europäischen Kernforschungszentrum (Cern), am 12. März 2015 mit. "Wir sind alle schon ganz aufgeregt", sagte Heuer, der sein Amt zum Jahresende an die italienische Physikerin Fabiola Gianotti abgibt. "Die viel höhere Energie, mit der wir den LHC nun starten, öffnet neue Fenster." Bis der Beschleuniger voll hochgefahren wird, sind noch eine Reihe von Tests erforderlich.

Dies gilt vor allem an den neuen supraleitenden Magneten, die dafür sorgen, dass die Elementarteilchen auf der Ringbahn des LHC gehalten werden. Zudem wird es laut Heuer nach dem Neustart noch zwei Monate dauern, bis im LHC Teilchenkollisionen auf dem höchsten Energieniveau erreicht werden.

Die Cern-Forscher könnten es kaum erwarten, bis neue Daten aus diesen Kollisionen in ihre Computersysteme einlaufen. Ob und wann sich aus deren Auswertung bahnbrechende Erkenntnisse ableiten lassen, "liegt aber in der Hand der Natur", sagte Heuer.

Erste Daten im Sommer 2015 erwartet
Der Physiker Dave Charlton, Sprecher des Atlas-Analyseteams, rechnet mit ersten aussagekräftigen Daten im Sommer. "Weit mehr werden dann zum Ende des Jahres kommen", sagte Charlton. Er war 2012 ebenso wie die künftige Cern-Direktorin Gianotti an der Entdeckung des Higgs-Teilchens beteiligt.

Es ist jenes Teilchen, das allen anderen Masse verleiht, ohne die sie nur wie Irrlichter durchs All fliegen würden. Für die Vorhersage des Teilchens erhielten die Forscher Peter Higgs und François Englert ein Jahr nach dem Nachweis am Cern den Physik-Nobelpreis.

"Wir wollen jetzt noch viel mehr über das Higgs-Boson erfahren, darunter ob es in unerwarteter Weise zerfällt", sagte Charlton. Zugleich aber werde nach Grundbausteinen der dunklen Materie gesucht. Die Forscher fragten sich: "Können wir (im LHC) dunkle Materie erschaffen und sie dann unter Laborbedingungen studieren?"

In der 27 Kilometer langen unterirdischen Vakuumröhre des LHC werden Elementarteilchen künftig mit einer Kollisionsenergie von 13 Teraelektronenvolt (TeV) aufeinanderprallen - fast doppelt so viel wie bisher. In den Zerfallsprodukten der Zusammenstöße bei nahezu Lichtgeschwindigkeit suchen Forscher nach bislang unbekannten Teilchen. Dafür werden künftig von Spezialkameras und Hochleistungscomputern pro Sekunde 40 Millionen statt "nur" 20 Millionen Bilder von Kollisionen erfasst.

Glossar
Large Hadron Collider
Mit ihren Experimenten im weltgrößten Teilchenbeschleuniger "Large Hadron Collider" (LHC) stoßen die Wissenschaftler in absolutes Neuland vor.
Glossar
Das Cern
Das "Centre Européen pour la Recherche Nucléaire" (Cern) wird von 10.000 Forschern und Angestellten sowie einem Jahresbudget von 1,3 Milliarden Franken getragen.
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Das Higgs-Teilchen
Das Higgs-Teilchen soll nach dem Standardmodell der Materie ihre Masse verleihen. Erdacht haben es Forscher um den britische Physiker Peter Higgs.
Glossar
Dunkle Materie und Energie - das Universum
Der Anteil normaler sichtbarer Materie im Universum beträgt nur 4,9 Prozent seiner Masse, einschließlich aller Sterne, Galaxien und uns selbst.