Forscher mit Reagenzglas Video
Forscher lassen die Evolution im Reagenzglas nach ihren Wünschen ablaufen
Nur fast von dieser Welt
Forscher verändert Bakterien durch Selektionsdruck
Forscher um den Berliner Mikrobiologen Prof. Rupert Mutzel schneidern Bakterien für ihre Kunden nach Maß, indem sie künstlich einen Selektionsdruck aufbauen.
Sein ehemaliger Mitarbeiter Dr. Jens Baumgardt hat aus dem Konzept eine "Evolutionsmaschine" gebaut: In dem patentgeschützten Bioreaktorsystem werden die Zellen nicht gentechnisch verändert, sondern entwickeln ihre Eigenschaften gemäß den Mechanismen der Evolution.

Ein Bakterium, das es so noch nie gegeben hat
Das Team um Mutzel hat einen Bakterienstamm erzeugt, in dessen Erbgut der natürliche Baustein Thymin durch den künstlichen 5-Chloruracil ausgetauscht ist. Dieser synthetische Baustein ist für andere Organismen giftig. Nach 1000 Generationen hatten sich die Mikroorganismen an die veränderten Umweltbedingungen angepasst.

"Auf diese Weise lassen sich Mikroorganismen züchten, die Zwischenprodukte chemischer Synthesen zu Pharma-Wirkstoffen umsetzen oder auch bestimmte Umweltgifte abbauen können", sagt Mutzel. Mikroorganismen, die Erbmaterial mit nicht-natürlichen Bausteinen enthalten, könnten zudem interessant sein, um eine Vermehrung absichtlich oder unabsichtlich freigesetzter veränderter Zellen in der Umwelt zu verhindern. Mit ihren natürlichen Verwandten könnten solche Mikroorganismen auch keine Gene austauschen.

Interaktiv
Auf Darwins Spuren
Die Vita des Forschers, seine Reise mit der Beagle, die Evolution des Lebens und ihre Schlüsselbegriffe in den "Darwin.Bits". Erfahren Sie mehr in unserer interaktiven Animation.
Literatur
Acevedo-Rocha CG, Budisa N (2011) Auf dem Weg zu chemisch veränderten Organismen mit genetischer Firewall. Angewandte Chemie 123: 7094 - 7096
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