Virtueller Zerfall eines Higgs-Bosons © dpa Video
Ein Higgs-Teilchen verriete sich durch den Zerfall in zahlreiche andere Partikel
Cern: Higgs-Teilchen ist - fast - nachgewiesen
Teilchenphysiker benötigen aber noch "mehr Daten"
Physiker des Europäischen Kernforschungszentrums (Cern) haben Higgs-Teilchen "wahrscheinlich" gefunden.
Die vorhandenen Daten zeigen mit sehr hoher Signifikanz ein Teilchen bei 125 GeV (Giga-Elektronenvolt). Die Forscher sind aber noch nicht hundertprozentig sicher, dass es sich um das Higgs-Teilchen handelt. "Wir benötigen mehr Daten", hieß es.

Daten liegen kurz vor statistischer Signifikanz
Die Daten zeigten klare Signale von einem neuen Teilchen im Signifikanzbereich von 5 Sigma. Das gilt als Grenze, damit eine Entdeckung wirklich anerkannt ist. "Die Ergebnisse sind vorläufig, aber das 5-Sigma-Signal im Bereich um 125 GeV, das wir sehen, ist drastisch", teilte das Cern mit. "Es ist schwer, nicht aufgeregt zu werden bei diesen Ergebnissen", sagte Cern-Forschungsdirektor Sergio Bertolucci.

"Was sich hier anbahnt, ist für mich bisher die Entdeckung des Jahrhunderts", schwärmte Prof. Joachim Mnich, Forschungsdirektor des Deutschen Elektronen-Synchrotrons (Desy). "Am deutlichsten überzeugt mich, dass wir in den zwei unabhängigen Datensätzen aus dem letzten und aus diesem Jahr das gleiche Signal sehen, und das konsistent in beiden Experimenten, Atlas und CMS."

"Mit dieser bedeutenden Beobachtung wird vielleicht die Tür in eine neue Welt der Teilchenphysik aufgestoßen", sagte Prof. Bernhard Spaan von der Technischen Universität Dortmund. Er ist Vorsitzender des deutschen Komitees für Elementarteilchenphysik.

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VideoNoch zu wenig Daten
Die Datenmenge reiche noch nicht aus, um 2011 das Higgs-Teilchen nachzuweisen, betont Prof. Rolf-Dieter Heuer, Direktor von Europas Teilchenforschungszentrum (Cern). (Beitrag vom 13. Dezember 2012)
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Das Standardmodell
Physiker haben in jahrzehntelanger Forschung eine Art Rezept für das Universum zusammengetragen. Es hat den Namen Standardmodell und enthält viele "Zutaten".
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Cern - auf der Suche nach Gottes Teilchen
Mit 10.000 Forschern und Angestellten sowie einem Jahresbudget von 1,3 Milliarden Franken ist das Cern ("Centre Européen pour la Recherche Nucléaire") so groß wie eine kleine Stadt. Es liegt in der Schweiz.