Kind lacht © dpa
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Erwachsene lachen 15 Mal täglich, Kinder bringen es auf 400 mal am Tag
135 Muskeln
Fast der ganze Körper teilt die gute Laune mit
Nach zwei Minuten gibt es einen Muskelkater, nach vier Stunden muss man dringend etwas trinken: Lachen kann für den Körper ganz schön schwere Arbeit sein.
135 Muskeln arbeiten für ein Lachen: Die mimische Muskulatur mit sechs Bewegungsmuskeln an jedem Auge beginnt, es folgen zwanzig Muskeln auf beiden Seiten des Mundes. Bei einem kräftigen Lachen gerät der gesamte Kopf in Bewegung und zwanzig verschiedene Halsmuskeln lachen mit. In der Rippenmuskulatur kommen 24 Muskeln pro Seite zum Einsatz. Auch Zwerchfell und gerader Bauchmuskel erhärten sich rhythmisch.

Eine Minute Lachen ist so erfrischend wie 45 Minuten Entspannungstraining. Das haben Lachforscher (Gelotologen) herausgefunden. Für die kurze Zeit des Lachens sei der Körper in einem positiven Stresszustand. Die Schultern zuckten, der Brustkorb bebe und das Zwerchfell hüpfe. Das Herz schlage beim Lachen schneller, der Blutdruck steige und Sauerstoff werde über die Atmung in die Lungen gepumpt. Nach dem Lachen falle der Blutdruck langsam wieder ab und Stresshormone werden abgebaut. Dadurch werde das Immunsystem gestärkt.

Erwachsene lachen 15 Mal täglich. Kinder bringen es dagegen auf 400 mal am Tag, wenn man Kichern, Wiehern, grölen und alle anderen Formen des Lachens zusammen zählt. Bedenklich finden es die Gelotologen, dass das Lachen bei Erwachsenen immer stärker zurück gehe.

Menschen wissen, ob das Lachen echt ist
Man lacht nur mit, wenn das Lachen des anderen auch echt ist, weiß der Berliner Biologe Karsten Niemitz: "Man kann jemanden vielleicht kurz täuschen, aber nicht über eine ganze Minute, weil das angeboren ist und darum ein sicheres Signal." Unterbewusst analysieren Menschen die Dynamik der Augen, die Blickrichtung, die Dauer und die Öffnung des Mundes. Dazu schließen Menschen oft kurz die Augen, womit sie ihrem Gegenüber signalisieren wollen: "Ich bedrohe dich nicht." Lachen wird dann als sympathisch empfunden, wenn die Oberzähne entblößt werden und der ganz Körper bewegungsreich mitlacht.

Will man einen natürlichen Lacher spielen, trainiert man zunächst einmal die Physiologie und produziert mit dem Atmen und dem Zwerchfell ein "Ha-Ha". Beim Lächeln muss man darauf achten, mit den Augen zu lächeln. Erfasst das dann den ganzen Körper, kommt das Lachen gut an. Ist man dann erst einmal dabei, wird das Lachen und Kichern auch schnell sehr ansteckend.

Akzeptanz von Schmerzen um 30 Prozent erhöht
Eine Zürcher Forschungsgruppe hat herausgefunden, dass herzhaftes Lachen die Empfindlichkeit für Schmerzen um bis zu 30 Prozent senkt. Der Test wurde an 77 Personen durchgeführt. Humorforscher Willibald Ruch hat die Testpersonen einem schmerzhaften Experiment aus. Die Personen, die ein echtes Lachen oder Lächeln zeigten, konnten länger im Eiswasser ausharren. Das allerdings galt nur für das echte Lachen oder Lächeln, an dem auch die Augen beteiligt sind.

Beim Lachen funktioniere der Körper nach dem "Belohnungssystem". Dabei würden körpereigene Rauschsubstanzen entstehen, die Wohlgefühl zur Folge haben. Humor ist nach Ansicht von Experten auch in schwierigen Situationen hilfreich. "Humor ist eine völlig unterschätzte Ressource, zum Beispiel in Stressberufen", sagte der Dresdner Prof. Herbert Effinger.

Als Beispiel nannte er Pflegeberufe. Wer mit menschlichem Leid zu tun habe, verbiete sich oft das Lachen. Dabei sei eine humorvolle Atmosphäre für Patienten und Personal gleichermaßen günstig. Aus medizinischer Sicht ist Lachen ohnehin gesund: Es erweitert die Blutgefäße und fördert so eine gute Durchblutung.

Weltglücksbericht 2017
Tu felix Norvegia
Norwegen ist einer Studie internationaler Experten zufolge das glücklichste Land der Welt. Das skandinavische Land eroberte den Spitzenplatz im Weltglücksbericht, den die Fachleute am Montag in New York zum fünften Mal vorlegten. Norwegen löst damit das zuvor dreimalig erstplatzierte Dänemark ab. In den bisherigen Ausgaben des Berichts hatte es nur einmal 2015 die Schweiz an die erste Stelle geschafft. Österreich erreicht Platz 13, Deutschland stagniert auf Platz 16 - hinter unter anderem den USA, den Israel und Costa Rica.
Lustige Verwandte
Das Lachen der Ratte
Junge Ratten lachen, wenn man sie kitzelt und mit ihnen spielt, haben Forscher um den Marburger Psychologen Markus Wöhr herausgefunden.
Lachen
"Oberzähne entblößen und dann rhythmisch vibrieren"
An der Schauspielschule Frankfurt üben die künftigen Darsteller das "natürliche“ Lachen auf Kommando. Ein Lachen kommt nie aus einem angespannten, sondern eher aus einem lockeren Bauch und Zwerchfell.
Literatur
Goel V, Dolan RJ (2001) The functional anatomy of humor: segregating cognitive and affective components. Nature Neurosci 4: 237 - 238
Literatur
Shammi P, Stuss DT (1999) Humour appreciation: a role of the right frontal lobe. Brain 122: 657 - 666