Blutspende © clipdealer
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Blut spenden darf jeder zwischen 18 und 68 Jahren.
Kostbarer Saft
Für eine gute Versorgung braucht Deutschland wieder mehr Spender
Nach schweren Unfällen, größeren Operationen oder auch bei der Tumorbehandlung können Blutkonserven Leben retten.
Nur drei Prozent der Menschen in Deutschland spenden Blut. Nach den derzeit geltenden Zulassungskriterien könnten es etwa 33 Prozent sein. Vor allem in der Urlaubszeit oder bei Grippewellen kommt es zu Engpässen. In Deutschland ist das Blutspenden grundsätzlich freiwillig und unentgeltlich. Private Spendedienste, Pharmaunternehmen und auch staatlich-kommunale Dienste zahlen aber Aufwandsentschädigungen für Vollblutspenden. Der größte Anbieter, das Deutsche Rote Kreuz (DRK), das etwa 70 Prozent des Blutes sammelt, bietet Spendern stattdessen Snacks, Getränke oder auch kleine Geschenke. Das DRK halte sich an einen internationalen ethischen Kodex des Roten Kreuzes, wonach Blutspenden unentgeltlich und freiwillig sein sollen, erklärt Kerstin Schweiger, Sprecherin der DRK-Blutspendedienste.

Insgesamt ist die Zahl der Vollblutspenden in Deutschland rückläufig. Während sie sich seit dem Jahr 2000 immer zwischen vier und fünf Millionen Spenden pro Jahr bewegte, gab es 2017 erstmals weniger als vier Millionen Spenden, wie aus Zahlen des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) hervorgeht. "Trotzdem stehen wir im internationalen Vergleich noch immer sehr gut da", sagt PEI-Sprecherin Susanne Stöcker. Auch der Verbrauch an Blut gehe zurück, da an vielen Krankenhäusern Blut-Management-Programme für einen sparsameren Umgang sorgten. Mit einer großen Kampagne will das DRK in diesem Jahr 100.000 neue Spender gewinnen. Es sei wichtig, neue Bevölkerungsgruppen zu mobilisieren. Nur so könne auch in den kommenden Jahrzehnten die lückenlose Versorgung mit Blutpräparaten gewährleistet werden, so Schweiger.

Fragen & Antworten zur Blutspende

  • Wieviele Blutspenden werden gebraucht?
    In Deutschland werden nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung täglich rund 15.000 Blutspenden benötigt. Etwa zwei Millionen Menschen spenden in Deutschland regelmäßig Blut. Knapp jeder Zweite ließ sich laut einer aktuellen Umfrage schon einmal Blut abzapfen und spendete es.
  • Gibt es eine Altersbegrenzung?
    Blut spenden darf jeder zwischen 18 und 68 Jahren, wobei die Höchstgrenze für die erstmalige Spende bei 60 Jahren liegt. Grundsätzlich kommen dafür auch ältere Menschen noch in Frage, wenn das ihr Gesundheitszustand zulässt. Das wird vor jeder Spende geprüft. Experten warnen, dass aufgrund der Bevölkerungsentwicklung viele bisherige Dauerspender altersbedingt ausscheiden. Bereits heute liegt das Durchschnittsalter der Blutspender in vielen Einrichtungen bei über 50 Jahren.
  • Wie häufig kann man Blut spenden
    Frauen dürfen viermal und Männer sechsmal innerhalb eines Jahres Blut spenden. Der Zeitraum zwischen zwei Blutspenden muss mindestens acht Wochen betragen. Die Blutzellen erneuert der Körper zwar bereits in zwei Wochen, der Ausgleich des Eisenverlusts dauert allerdings rund zwei Monate, bei Frauen auch etwas länger.
  • Welche Arten der Blutspende gibt es?
    Bei der Vollblutspende, das ist die klassische Blutspende, werden etwa 450 bis 500 Milliliter Blut aus der Armvene abgenommen. Durch Zentrifugen wird das Blut anschließend in seine Bestandteile zerlegt, in Plasma und rote Blutkörperchen. Bei einer sogenannten Thrombozytenspende werden nur die Blutplättchen gesammelt, die bei der Blutgerinnung und der Immunabwehr des Körpers eine entscheidende Rolle spielen. Die restlichen Blutbestandteile erhält der Spender sofort zurück.

    Die Plasmaspende ist vergleichbar mit der Thrombozytenspende, nur dass Blutflüssigkeit gewonnen wird. Plasma wird hauptsächlich zur Herstellung von wichtigen Medikamenten benötigt, die Patienten verabreicht werden, deren Blut seine Funktion nicht mehr voll erfüllen kann - zum Beispiel bei Blutgerinnungsstörungen oder lebensgefährlichen Abwehrschwächen. Eine Eigenblutspende schließlich ist bei bestimmten planbaren Operationen möglich. Die Vollblut-, Throbozyten- sowie die Plasmaspende können als Fremd- oder Eigenspende vorgenommen werden.
  • Spielt die Blutgruppe eine Rolle?
    Spenden kann jeder Mensch mit jeder Blutgruppe. Es kann aber vorkommen, dass es verstärkt Bedarf an bestimmten Blutgruppen gibt. Die Bestimmung der Blutgruppe ist notwendig, weil die Blutgruppen von Spender und Empfänger verträglich sein müssen.
  • Wer darf nicht spenden?
    Während der Schwangerschaft und nach der Geburt sollen Frauen vorübergehend nicht Blut spenden. Ein zeitlich begrenzter Ausschluss gilt auch nach vielen Impfungen und Auslandsreisen in Malariagebiete oder Länder mit erhöhtem Infektionsrisiko zum Beispiel für Hepatitis. Vorübergehend nicht spenden kann jemand, der vor kurzem eine große Operation hatte oder bestimmte Medikamente nimmt. Nach Akupunkturbehandlungen, sofern diese nicht nachweislich steril durchgeführt wurden, sowie Piercings und Tätowierungen wird mindestens vier Monate bis zur nächsten Spende gewartet, um Infektionen ganz sicher auszuschließen. Das gilt auch für Menschen mit "sexuellem Risikoverhalten".

    Personen mit Vorerkrankungen wie insulinpflichtigem Diabetes, Hepatitis oder chronisch-entzündlichen Erkrankungen sind ganz ausgeschlossen, ebenso Patienten mit das Herz oder den Blutkreislauf betreffenden Erkrankungen. Zu ihrem eigenen Schutz dürfen Spender außerdem nicht weniger als 50 Kilo wiegen.

Info
© dpaLupeWeltblutspendetag
2004 von der WHO, den Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften ins Leben gerufen, machte er jedes Jahr am 14. Juni auf die Wichtigkeit von Blutspenden aufmerksam.
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Informationen rund ums Blutspenden
Glossar
Blutgruppen
Blutzellen tragen an ihrer Oberfläche zahlreiche verschiedene Eiweißmoleküle. Sie definieren die Blutgruppen A, B und 0.