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Bei der aktuellen Impfkampagne wird zuerst das medizinische Personal geimpft.
Ebola im Kongo
Experimenteller Impfstoff soll Seuche eindämmen
Die Weltgesundheits-Organisation (WHO) hilft mit einem noch nicht zugelassenen Ebola-Impfstoff.
Am 8. Mai 2018 bestätigte die kongolesische Regierung den Ausbruch des Ebola Virus in der Provinz Äquator. Unterstützt von internationalen Organisationen, versucht das kongolesische Gesundheitsministerium, schnell auf diesen Ausbruch zu reagieren und ihn einzudämmen, um so eine mögliche Epidemie zu verhindern.

Schwierige Bedingungen für die Impfkampagne
Die Impfkampagne gegen die tödliche Ebola-Krankheit im Kongo läuft laut WHO nur langsam an. In einer ersten Runde seien 33 Mitarbeiter der Gesundheitsdienste in der Millionenstadt Mbandaka geimpft worden. Dort war in der vergangenen Woche der erste Fall der Krankheit in einer Großstadt gemeldet worden. In einer nächsten Runde soll medizinisches Personal in dem nordwestlichen Ort Bikoro den Impfstoff verabreicht bekommen. Dort begann der derzeitige Ausbruch. Inzwischen sei in der Region der Demokratischen Republik Kongo die Zahl der Ebola-Fälle und der Ebola-Verdachtsfälle auf 51 gestiegen, 27 Menschen seien gestorben.

Ein WHO-Sprecher begründete den verhaltenen Beginn der Kampagne mit logistischen Herausforderungen für die Impfteams. Bikoro, wo die meisten Fälle der Fieberkrankheit bislang auftraten, sei ein abgelegener Ort, der schwer erreichbar sei. Zudem müsse der Impfstoff mit der Bezeichnung rVSV-ZEBOV bei einer Temperatur von minus 80 Grad Celsius aufbewahrt werden und die Impfteams bruuchten eine Schulung.

Bislang seien rund 7500 Dosen des Stoffes der US-amerikanischen Firma Merck im Kongo eingetroffen. Weitere 8000 Dosen des experimentellen Impfstoffes sollen folgen. Laut der WHO ist der Impfstoff sehr wirksam gegen Ebola. Merck stelle den Stoff kostenlos zur Verfügung.

Das Ebolavirus löst ein Fieber aus, das meist zum Tod führt. Ein Medikament gegen Ebola gibt es nicht. Bei der bislang größten Ebola-Epidemie zwischen 2014 und 2016 starben mehr als 11.000 Menschen in den westafrikanischen Ländern Guinea, Sierra Leone und Liberia. Bis heute kämpfen die Menschen dort mit den Folgen der Seuche: Einige der damals Erkrankten haben überlebt und haben körperliche Beschwerden. Bei anderen ist ein großer Teil der Familie gestorben. Es gibt allein gebliebene Frauen, die sich prostituieren, um Geld zu verdienen.

Glossar
Das Ebola-Virus
Das zentralafrikanische Ebola-Virus gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. Es löst hämorrhagisches - mit Blutungen einhergehendes - Fieber aus.
Gefährlicher Virus
Ebola erreicht Großstadt
Das Auftreten des Ebola-Virus in der Millionenstadt Mbandaka könnte zu einer rasanten Ausbreitung führen.
Interaktiv
Neue und alte Seuchen
In Europa ausgestorben geglaubte Krankheiten wie die Malaria kehren zurück - schuld daran ist die Globalisierung mit ihrem regen Verkehr zwischen den Kontinenten.