© dpa
VideoVideo
Dank Hirnschrittmacher haben viele Parkinson-Patienten mehr Lebensqualität.
Kollege Parkinson
Der Welt-Parkinson-Tag will die Krankheit ins Bewußtsein holen
Salvador Dalí, Muhammad Ali, Papst Johannes Paul II. - sie alle hatten Parkinson. Die fortschreitende Nervenkrankheit ist immer noch unheilbar.
"Kollege Parkinson" nennt ein anderer prominenter Parkinson-Patient, Otfried Fischer, seine Krankheit. Das ist seine Art, sich damit zu arrangieren, dass sie ihn Zeit seines Lebens nicht mehr verlassen würde.
Die Parkinson-Krankheit ist eine chronisch fortschreitende Erkrankung, bei der unter anderem Zellen in der schwarzen Substanz (Substantia nigra) im Gehirn absterben. Diese Zellen produzieren den Botenstoff Dopamin, der z.B. für die Steuerung der Motorik wichtig ist. Fehlt Dopamin, treten die typischen motorischen Symptome auf wie Verlangsamung der Bewegung, kleinschrittiger Gang, Sprachstörungen, Zittern und Steifigkeit in Armen und Beinen. Die Tiefe Hirnstimulation (THS) manchmal auch als "Hirnschrittmacher" bezeichnet, kann helfen, wenn die Bewegungsstörungen durch Medikamente nicht mehr ausreichend kontrolliert werden können. In einer Operation werden dann Mikroelektroden ins Gehirn implantiert, die mit schwachen Stromstößen bestimmte Hirnregionen hemmen. Weltweit wurden bereits mehr als 150.000 Patienten mit dieser Methode erfolgreich behandelt.

Die THS lindert bei der fortgeschrittenen Parkinson-Krankheit nicht nur Störungen der Bewegung, sondern stabilisiert auch die Stimmung. Das ist ein Ergebnis einer kürzlich publizierten Studie. Sie widerlegt nach Ansicht der Wissenschaftler die Befürchtung, dass das operative Verfahren emotionale Schwankungen und Störungen der Impulskontrolle bei Parkinson-Patienten verstärken könnte.

Im Gegenteil zeige die Auswertung der EARLYSTIM-Studie, dass die Schwankungen unter der Stimulationsbehandlung sogar abnehmen. Die THS bessere die Befindlichkeit der Patienten deutlich und in einem Maße, wie es mit Medikamenten alleine nicht erreicht werde, so Professor Günter Deuschl von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN), Parkinson-Experte aus Kiel.

Morbus Parkinson ist nach Alzheimer die zweithäufigste Nervenkrankheit
Nach aktuellen Schätzungen leben bis zu 420.000 Parkinson-Patienten in Deutschland. In Europa sind rund 1,25 Mio Personen betroffen. Diese Anzahl soll sich nach Ansicht von Experten in den kommenden 20 Jahren verdoppeln. Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Die meisten Betroffenen erkranken nach dem 65. Lebensjahr, allerdings gibt es auch weit jüngere Parkinson-Patienten.

Mediathek
VideoIm Gespräch: Günther Deuschl
Zum Thema Parkinson sprachen wir am 11.4.2018 mit Günther Deuschl, dem Präsident der Europäischen Gesellschaft für Neurologie.
Links
Mediathek: Tanzen als Therapie
Tango gegen Parkinson
Forscher sind sich sicher: Tanzen hält auf besondere Weise fit, denn zur körperlichen Betätigung kommen kognitive, emotionale und soziale Lernreize hinzu.