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Langfristig hilft nur, die Ernährung umzustellen und sich viel zu bewegen.
Dauerthema Diät
Gewicht reduzieren endet oft mit mehr Kilos auf den Rippen
Wie nehme ich am besten ab? Alleine oder in der Gruppe? Und was, wenn der Jojo-Effekt eintritt?
Wer Gewicht verlieren möchte, hat schon bei der Auswahl der Diät ein Problem: Low-Fat, Low-Carb, Ananas-, Steinzeit- und Mittelmeerdiät oder einfach nur FdH - Friss die Hälfte. Vielleicht hilft auch einfach langsamer essen?

Das zeigt zumindest eine großangelegte Studie aus Japan. Ihr Fazit: Langsam essen schützt vor dem Dickwerden. Wer seine Mahlzeiten hastig hinunterschlingt, entwickelt eher krankhaftes Übergewicht. Diesen Zusammenhang bestätigen japanische Forscher in einer Auswertung der Daten von rund 60.000 Menschen. Auf langsameres Essen abzielende Maßnahmen könnten mithelfen, Übergewicht und gesundheitliche Folgen wie Diabetes, Herz-Kreislauf- und Krebs-Erkrankungen zu verhindern, schreiben die Wissenschaftler von der Kyushu University in Fukuoka im "British Medical Journal". Auch der Verzicht auf abendliche Snacks und auf Mahlzeiten weniger als zwei Stunden vor dem Schlafengehen schützt der Studie zufolge vor dem Dickwerden.

In Japan beginnt Adipositas bereits bei einem BMI von 25
In der Gruppe der Langsam-Esser waren überdurchschnittlich viele Frauen und deutlich weniger stark Übergewichtige als in der Gruppe der Normal- oder Schnell-Esser. Sie waren zudem schlanker um die Taille herum und hatten einen durchschnittlich niedrigeren Body-Mass-Index (BMI). Dieser Wert beschreibt das Verhältnis von Körpergewicht zu Körperoberfläche. In Deutschland und vielen anderen Ländern gilt als übergewichtig, wer einen Wert über 25 hat. Bei einem BMI über 30 spricht man von fettleibig oder adipös. Im Studienland Japan beginnt Adipositas bei einem BMI von 25.

Die Wissenschaftler ermittelten: die Normal-Esser hatten eine um 29 Prozent reduzierte Wahrscheinlichkeit, krankhaftes Übergewicht zu entwickeln als Schnell-Esser. Bei Langsam-Essern war die Wahrscheinlichkeit um 42 Prozent geringer. Dabei berücksichtigten die Forscher Einflussfaktoren wie Alter oder Medikamenteneinnahme. Als einen Grund für den Zusammenhang vermuten die Forscher, dass Schnell-Esser "über den Hunger essen" - sie futtern also noch weiter, obwohl der Kalorienbedarf längst gedeckt und der Hunger gestillt ist.Die Forscher schränken ein, dass die Angaben zur Essgeschwindigkeit auf der Selbsteinschätzung der Teilnehmer beruhten und nicht objektiv ermittelt wurden. Zudem gehörten die Teilnehmer vermutlich zu einer eher gesundheitsbewussten Gruppe, da sie freiwillig an dem Programm teilgenommen hätten. Dies könne die Ergebnisse verzerren.

"Hungerhormon" zuständig für den berüchtigten Jojo-Effekt
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Das Bauchfett verschwindet beim Abnehmen zuletzt.
Wie schwierig es ist, einmal verlorene Kilos nicht wieder zuzulegen, zeigt eine zweite aktuelle Untersuchung: Demnach müssen Übergewichtige sich nach dem Abnehmen darauf einstellen, auf lange Zeit ein starkes Hungergefühl zu bekämpfen, berichten norwegische Forscher im Fachblatt "American Journal of Endocrinology and Metabolism". Sie hatten in ihrer Studie 34 stark übergewichtige Patienten untersucht, die an einem Abnehmprogramm teilnahmen.
Sie verloren im Verlauf von zwei Jahren im Schnitt elf Kilogramm anGewicht - allerdings mussten sie auch noch nach zwei Jahren mit einem stark erhöhten Hungergefühl klarkommen. Die Forscher fanden heraus, dass dies mit dem "Hungerhormon" Ghrelin zusammenhängt: "Jeder hat dieses Hormon, aber wenn man übergewichtig ist und dann Gewicht verliert, steigt der Hormon-Spiegel an", so Catia Martins von der Norwegian University of Science and Technology in Trondheim.Zudem versuche der Körper auf das höhere Gewicht zurückzukommen und die gewohnte Kalorienzahl aufzunehmen - obwohl er für die normalen Körperfunktionen aufgrund des Gewichtverlusts längst weniger Kalorien braucht.

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Body-Mass-Index (BMI)
Der Body-Mass-Index (BMI) ist ein Wert, mit dem das Körpergewicht ins Verhältnis zur Körpergröße gesetzt wird. An ihm kann abgelesen werden, ob jemand normal-, über- oder untergewichtig ist.
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