Kind wird geimpft © reuters
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Der Impfstoff wird knapp, deswegen wird aktuell nicht mehr mit der vollen Dosis geimpft.
Erst die Affen, dann die Menschen
Der aktuelle Gelbfieber-Ausbruch ist der Größte seit Jahrzehnten
In Brasilien haben sich bereits mehr Menschen mit Gelbfieber infiziert als beim letzten Ausbruch zwischen 2016 und 2017.
Es gebe bislang 846 bestätigte Fälle, teilte das Gesundheitsministerium Anfang März 2018 mit. 260 von den erkrankten Menschen seien bereits gestorben. Zwischen 2016 und 2017 waren den Informationen nach 777 Menschen in Brasilien an Gelbfieber erkrankt, 261 starben.

Das Virus wird durch Stechmücken übertragen. In relativ vielen Gebieten Brasiliens besteht zwar das Risiko, dass Gelbfieber ausbrechen kann. Der aktuelle Ausbruch sowie der vor zwei Jahren wurden allerdings in Regionen verbucht, in denen die Wahrscheinlichkeit einer möglichen Erkrankung zuvor als gering eingestuft worden war. Dieses Mal besonders betroffen sind die Staaten São Paulo und Minas Gerais. Die Impfraten waren dort bislang niedrig.

Primaten gelten als Indikator, der angibt, wo das Virus zirkuliert
Die großen Brüllaffen und andere Affenarten waren die ersten Opfer, die bereits vor den Menschen in großer Zahl an Gelbfieber starben. Beinahe täglich werden weitere tote Affen in Parks und Erholungsgebieten gefunden, die das Virus in sich tragen. Viele Affen werden erschlagen oder vergiftet, weil man sie irrtümlich für die Gelbfieber-Überträger hält.

Das Gelbfieber in Brasilien galt bereits als so gut wie besiegt. Nur in Amazonien gab es noch einige wenige Fälle. Warum breitet sich das Virus jetzt wieder aus? Eine abschließende Antwort gibt es noch nicht. Experten sehen einen möglichen Zusammenhang zur Umweltkatastrophe am Rio Doce im November 2015. Damals brach der Damm eines Eisenerzbergwerkes und eine hochgiftige Schlammlawine ergoss sich in den Fluss Rio Doce. Es war die bisher größte Umweltkatastrophe Brasiliens. Sie könnte Affen und andere Tiere anfälliger für Krankheiten gemacht haben. Auch Brasiliens Regierung hält das für möglich.

In einer Impfkampagne sollen mehr als 20 Millionen Menschen in den Großstädten São Paulo und Rio de Janeiro gegen Gelbfieber geimpft werden. Allerdings wurden bis jetzt weniger Menschen erreicht als gehofft.
Gelbfieber ist bislang nicht heilbar, es gibt keine Medikamente dafür. Aber es gibt einen sehr wirksamen Impfstoff. Die Gelbfiebermücke - auch Ägyptische Tigermücke genannt - ist als Überträger von Zika-, Dengue-, Chikungunya- und Gelbfieber berüchtigt. Sie lebt vor allem in den Tropen und Subtropen.

Das passiert bei Gelbfieber:
Etwa 3-6 Tage nach der Infektion bekommen die Patienten plötzlich sehr hohes Fieber (39-40°C) mit Schüttelfrost, Muskel-, Kopf- und Gliederschmerzen. Viele Patienten leiden unter Übelkeit und Erbrechen, manche haben Nasenbluten oder eine Bindehautentzündung. Bei einer Gelbfieberinfektion schlägt das Herz langsamer als normal. Nach 3-4 Tagen fällt in den meisten Fällen das Fieber wieder und die Patienten genesen.
Es kann sich aber auch eine toxische Phase entwickeln: Das Fieber steigt erneut an, verschiedene Organe werden geschädigt. Der Herzschlag ist verlangsamt und kann auf bis zu 40 Schläge pro Minute absinken. Die Patienten bekommen Bauchschmerzen und bluten aus dem Mund, den Augen, der Nase oder dem Darm. In der toxischen Phase können sich auch die Nieren und die Leber entzünden. Die Schädigung der Leber kann sich in einer Gelbsucht (Ikterus) äußern - daher der Name "Gelbfieber". Die toxische Phase kann innerhalb weniger Wochen zum Tode führen.