Mann mit Elektroden am Kopf
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Zunächst müssen die Chirurgen feststellen, welche Hirnbereiche die Anfälle auslösen.
Einschnitt im Gehirn
Chirurgen entfernen die Stellen, die Epilepsie auslösen
Epileptikern, die auf Medikamente nicht ansprechen, kann laut Medizinern durch eine Operation am Gehirn geholfen werden. Zwei Drittel werde komplett anfallsfrei, heißt es.
Dazu vermessen Ärzte zunächst das Gehirn des Patienten. "Wir können von jeder einzelnen dieser Elektroden ableiten, ob die Epilepsie dort herkommt", schildert die Marburger Medizinerin Prof. Susanne Knake. "Diese Information der Landkarte wird hinterher dem Chirurgen gegeben, der dann mit großer Genauigkeit und sehr schonend und präzise nur die Stellen im Gehirn entfernen kann, die die Epilepsie machen."

Fünf Prozent der an einer Epilepsie erkrankten Patienten könne operativ behandelt werden, sagt der Ärztliche Direktor der Neurochirurgie des Freiburger Uniklinikums, Prof. Josef Zentner. Sie sollten möglichst im Kindesalter operiert werden, um ihnen ein anfallsfreies Leben zu ermöglichen.

Voraussetzung für die Operation sei, dass den Patienten nicht mit Medikamenten geholfen werden könne. Zudem müsse der Krankheitsherd im Hirn genau geortet werden. Dies könne beispielsweise ein Tumor an der Hirnoberfläche sein, sagte Zentner.

Epilepsien gehören bundesweit zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen. In Deutschland sind 0,8 bis 1,0 Prozent der Bevölkerung von dieser Funktionsstörung betroffen. Dabei geben Nervenzellen unkontrolliert Impulse ab, so dass die Hirnstromtätigkeit aus dem Takt gerät. Die Folge können Bewusstlosigkeit und ein heftiges, krampfartiges Zucken der Glieder sein. Zwei Drittel bis 70 Prozent der Betroffenen könne langfristig mit Medikamenten geholfen werden, sagte Zentner.

Glossar
Epilepsie
"Feuern" Nervenzellen ungehemmt Signale, kommt es zum epileptischen Anfall. Typisch sind sekunden- oder minutenlange Krampfanfälle, die den ganzen Körper betreffen und zur Bewusstlosigkeit führen.