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Chips gehören zu den Produkten, in denen oft die ungesunden Transfettsäuren enthalten sind.
Vorsicht Fett!
Weltgesundheits-Organisation will ungesunde Transfettsäuren verbannen
Transfettsäuren können unter anderem zu Herzerkrankungen führen. Die WHO sagt ihnen nun weltweit den Kampf an.
Sie stecken in Chips und Pommes, in Margarine, Blätterteig, Popcorn, Keksen und vielen Fertiggerichten: Transfettsäuren. Und wir alle nehmen zu viel davon zu uns.

Schätzungen der WHO zufolge führt die Aufnahme von Transfettsäuren, die vor allem in gebackenen und weiterverarbeiteten Lebensmitteln enthalten sind, zu 500.000 Todesfällen in Folge von Herzerkrankungen pro Jahr. Die ungesunden, künstlichen Transfettsäuren entstehen beim Härtungsprozess von Pflanzenfetten, etwa bei der Herstellung von Margarine oder Backfett. Sie könnten zum Beispiel durch Rapsöl ersetzt werden, sagen Gesundheitsexperten. Einige natürliche Transfette kommen auch in Fleisch- und Milchprodukten vor. Die Kalorienzufuhr eines Menschen sollte am Tag nicht mehr als ein Prozent Transfettsäuren enthalten, empfiehlt die WHO. "Transfette sind ein schädlicher Bestandteil, der ohne große Kosten entfernt werden kann, ohne die Qualität der Lebensmittel einzuschränken", sagte Francesco Branca, der Direktor des Instituts für Ernährung, Gesundheit und Entwicklung der WHO. Der Plan zur Abschaffung von Transfetten könne innerhalb von fünf Jahren umgesetzt werden, weil er in vielen Ländern schon weit vorangeschritten ist, meint die WHO.

Vorreiter Dänemark
In Dänemark wurden die oftmals zur Verstopfung der Herzkranzgefäße führenden Zusatzstoffe bereits 2003 eingeschränkt. Die USA und 40 weitere Industrieländer arbeiten seitdem daran. Nun will die WHO auch Schwellen- und Entwicklungsländer dazu bringen, sagte Branca."Die Einnahme von einem Teelöffel Transfett pro Tag erhöht das Risiko von Herzerkrankungen um 20 Prozent", sagt Herzspezialist Steen Stender von der Universität Kopenhagen. Aus diesem Grund forderte das Europaparlament bereits im Herbst 2016 EU-weite Obergrenzen für Trans-Fettsäuren, wie sie zum Beispiel in Pommes oder Chips vorkommen. Die Abgeordneten verwiesen darauf, dass Dänemark, aber auch Österreich, Lettland und Ungarn bereits Obergrenzen beschlossen haben.

In Dänemark dürfen den Angaben zufolge bereits seit 2004 nur noch Lebensmittel in den Handel gelangen, deren Fett zu weniger als zwei Prozent aus Transfetten besteht. Seither seien Todesfälle aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen in dem skandinavischen Land nachweislich zurückgegangen. In anderen EU-Staaten, darunter Deutschland, gebe es freiwillige Beschränkungen oder Ernährungsempfehlungen.

Experten erwarten, dass die Länder höchstwahrscheinlich Gesetze und Regulierungen verabschieden müssen, um Lebensmittelhersteller zum Umdenken zu zwingen. In den USA müssen Lebensmittelhersteller seit 2006 Transfette auf der Verpackung ausweisen, in New York dürfen Restaurants seither keine Speisen mehr servieren, die Transfette enthalten. Am 18. Juni 2018 tritt in den USA eine weitere Regulierung in Kraft, die Herstellern verbietet, Lebensmittel mit Transfetten zu verkaufen. Wie gegen Verstöße gegen die Regulierung vorgegangen werden soll, ist nach Angaben der US-Behörde für Lebens- und Arzneimittel aber noch unklar.

WHO hat für die Eindämmung der Fette einen Aktionsplan aufgestellt
Die WHO will in den nächsten fünf Jahren Transfettsäuren aus Lebensmitteln verbannen. Das sei entscheidend, um Todesopfer weltweit zu verhindern, teilte sie in einem aktuell veröffentlichten Bericht mit. Die Organisation bekämpfte in der Vergangenheit hauptsächlich Infektionskrankheiten, nun sagt sie dem Verursacher chronischer Krankheiten den Kampf an. Das Ziel, Transfette und gesättigte Fette durch ungesättigte zu ersetzen, beinhaltet auch der WHO-„Aktionsplan zur Prävention nichtübertragbarer Krankheiten 2016 - 2025“. Dieser Plan entwirft die Zukunftsvision eines Europas, das frei von nichtübertragbaren Krankheiten, vorzeitigen Todesfällen und vermeidbaren Behinderungen ist. Um diese Ziele zu erreichen, sollen die wichtigsten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Leiden, Krebs, Diabetes und chronische Atemwegserkrankungen bekämpft werden.

Glossar
Transfettsäuren
Man findet sie in Pommes, Margarine oder Chips: Trans-Fettsäuren sind ungesättigte Fettsäuren, die bei der industriellen Härtung von Ölen entstehen.
Literatur