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In Südafrika sind 19 Prozent der Bevölkerung zwischen 15 und 49 Jahren HIV-positiv.
Hoffnung auf Impfstoff
Ergebnisse aus der Studie HVTN 702 soll es frühestens 2019 geben
In Südafrika testen Forscher einen Impfstoff gegen den Aids-Erreger HIV - an 5400 gesunden Teilnehmern. Diese Studie könnte den Durchbruch in der Impfstoff-Entwicklung bringen.
Das Präparat basiert auf einem Impfstoff, der in Thailand geprüft wurde und eine Wirksamkeit von annähernd 30 Prozent zeigte, wie die südafrikanische Forschungsorganisation SAMRC mitteilt. An der neuen Studie namens HVTN 702 sollen 5400 freiwillige Erwachsene in Südafrika teilnehmen. "Wir beginnen jetzt mit einer wissenschaftlichen Untersuchung, die unserem Land große Hoffnung macht", sagte die Leiterin der Forschungseinrichtung, Glenda Gray, in Johannesburg. Nach Schätzungen der UN-Organisation UNAIDS waren im vergangenen Jahr um die 19 Prozent der südafrikanischen Bevölkerung zwischen 15 und 49 Jahren mit HIV infiziert.

Der bislang erste und einzige große Impfstoff-Test gegen HIV am Menschen brachte allenfalls moderate Erfolge. Die RV144-Studie bezog 16.000 Freiwillige in Thailand ein. Wie üblich erhielt eine Gruppe den Impfstoff, die zweite ein wirkstoffloses Scheinpräparat (Placebo). Die Wirkstoff-Gruppe hatte innerhalb von 3,5 Jahren ein um 31,2 Prozent geringeres Risiko, sich zu infizieren, berichteten Forscher 2009 im "New England Journal of Medicine". HVTN 702 könnte laut beteiligten Forschern die ausschlaggebende Studie sein, die zur Zulassung eines HIV-Impfstoffes in Südafrika führen könnte und damit dem ersten präventiven HIV-Impfstoff. Mit ersten Ergebnissen wird jedoch nicht vor 2019 gerechnet.

Derzeitige Schwerpunkte im Kampf gegen Aids:
Prophylaxe mit Tabletten Die tägliche Einnahme einer Tablette kann inzwischen eine HIV-Infektion verhindern. Experten sehen darin eine große Chance, um weitere Infektionen bei Angehörigen von Risikogruppen zu verhindern. "PrEP" ist in den USA seit 2012 mit guten Ergebnissen zugelassen. Südafrika gibt das Medikament "Truvada" inzwischen frei an Prostituierte ab. Eine breitere Anwendung ist jedoch zunächst wegen des hohen Preises des Medikaments noch nicht möglich.
Prävention durch Kampagnen Weil die Zahl der Neuinfektionen zuletzt kaum zurückgegangen ist, fordern Experten mehr Präventionsbemühungen. Anstatt Kampagnen für die ganze Bevölkerung soll die gezielte Kommunikation mit Risikogruppen Neuinfektionen verhindern. Im östlichen und südlichen Afrika - die am schlimmsten von der Epidemie betroffenen Regionen - fordern Experten eine Konzentration auf Mädchen und junge Frauen im Alter von 11 bis 19 Jahren, die besonders gefährdet sind.
Heilmittel oder Impfung Trotz intensiver Forschung gibt es noch kein Heilmittel für HIV. Wissenschaftler sind zuversichtlich, dass es früher oder später gelingen wird, das HI-Virus soweit zu unterdrücken, dass HIV-positive Menschen nicht mehr regelmäßig Medikamente einnehmen müssen. Dabei könnten unter anderem Gentechnik oder Stammzellenforschung helfen. Ein Heilmittel, das die Viren im Körper komplett vernichten würde, ist jedoch noch nicht in Sicht.

Glossar
Aids - HI-Viren greifen das Immunsystem an
Aids steht für das "Acquired Immune Deficiency Syndrome" (erworbene Immunschwäche). Es bezeichnet das Vollbild einer unheilbaren Krankheit, deren Ursache der Zusammenbruch des menschlichen Immunsystems ist.
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Leben mit HIV
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"Nach grober Schätzung sind derzeit ein Drittel aller HIV-Infizierten über 50 Jahre alt", sagt der Immunologe Prof. Georg Behrens.