nano
Kalender
April 2019
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
01
02
03
04
05
06
07
08
09
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
01
02
03
04
05
Embryo © dpa Video
Umstrittener Weg zur künstlichen Befruchtung
Maus statt Mensch
Großbritannien erlaubt Eingriff am Embryo
Stammzellforscher Tobias Cantz zieht es vor, seine Erkenntnisse erst einmal an Mäusen statt an gentechnisch veränderten menschlichen Embyronen zu gewinnen.
Britische Forscher hatten die Erlaubnis bekommen, Embyronen gentechnisch zu verändern und so den Erfolg künstlicher Befruchtungen zu erhöhen. "Ich halte es für vordringlich, diese Mechanismen erst einmal in anderen Spezies zu untersuchen", sagt Canth. "Und die Frage, ob das dann im menschlichen Embryo auch funktioniert und möglich ist, erst einmal hintenanzustellen."

Genmanipulation am Embryo erlaubt
Embryo © ap Video
Großbritannien erlaubt Genmanipulation am Embryo (Beitrag vom 2. Februar 2016)
Die manipulierten Embryonen in Großbritannien dürfen nur für die Grundlagenforschung genutzt werden - sie einer Frau einzupflanzen, ist verboten. Die Behörde für menschliche Befruchtung und Embryologie (HFEA) teilte am 1. Februar 2016 mit, sie habe das Forschungsprojekt der Wissenschaftlerin Kathy Niakan genehmigt, mit dem die Gene erforscht werden sollen, die menschliche Embryos zur erfolgreichen Entwicklung benötigen.

"Ich halte es für relativ verfrüht, diese Hoffnungen zu wecken", meint Cantz. "Ich müsste schon eine klare Vorstellung haben, an welchem Gen es denn konkret liegt, dass bei Frauen, die schwanger werden wollen, die frühe Entwicklung im Embryo so gestört ist."

Die ethische Grenze wurde schon überschritten
Kritiker befürchten, dass mit der Genmanipulation, die Niakan anwenden will, zu viele ethische Grenzen überschritten werden. 2015 unternahmen chinesische Wissenschaftler den ersten Versuch, das Humangenom zu verändern. Ihr Experiment schlug fehlt, trotzdem rückte damit aber die Aussicht auf eine Zukunft näher, in der menschliche Gene repariert und manipuliert werden können.

Zur Behandlung von Krankheiten wie HIV und Muskeldystrophie könnte das einen Durchbruch bedeuten. Skeptiker warnen dagegen vor einer Veränderung des Gencodes auf diesem Weg - an dessen Ende könnte das genmanipulierte Baby stehen, sagen sie.

Die für die Genveränderung verwendeten Embryonen stammen laut HFEA von Fruchtbarkeitsbehandlungen. Die gentechnische Veränderung von Embryos zu therapeutischen Zwecken ist in Großbritannien nicht erlaubt. Erlaubt ist sie dagegen seit 2009 zu Forschungszwecken unter der Bedingung, dass die betroffenen Embryos nach spätestens zwei Wochen vernichtet werden. Laut HFEA ist es aber das erste Mal, dass ein entsprechender Antrag gestellt wurde.

Facebook
Die Entscheidung der britischen Behörde dürfte die ethische Debatte über Genmanipulationen am Menschen erneut anheizen. Was denken Sie? Diskutieren Sie mit anderen User auf unserer Facebook-Seite.
Gene beliebig verändern
Fluch oder Segen
Die Zulassung betrifft die Crispr/Cas9-Methode, die es erlaubt, kranke Gene in der DNA zu bestimmen und gezielt auszuschalten.
Links