Frau beim Zahnarzt
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Gut sitzende Implantate sind teuer.
Aus dem Mund gefallen
Das teure Geschäft mit Zahnimplantaten
"Damit Sie auch morgen noch kraftvoll zubeißen können" sollte ein Zahnimplantat gut und fest sitzen. Doch viel zu oft wird nicht sorgfältig genug beraten und gearbeitet.
An der Karlsruher Akademie für zahnärztliche Fortbildung dauert die Weiterbildung zum Implantologen ein Jahr. Doch es gibt auch Wochenendkurse und Online-Fortbildungen. Die Folge: Eine mangelnde Ausbildung der Zahnärzte, aber auch die fehlerhafte Herstellung und fragwürdige Zulassungsbedingungen von Implantaten können zu gesundheitlichen Problemen bei Patienten führen. Betroffen sind meist Implantate, die bereits fünf bis zehn Jahre im Mund sind und jetzt Probleme machen und ausgebessert oder wieder entfernt werden müssen.

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Problem: verlorene Implantate
Ein älteres Zahnimplantat kann häufiger zu Komplikationen führen, haben auch Tübinger Zahnmediziner um Prof. Germán Gómez-Román gezeigt. "Neuere Systeme haben eine Erfolgsrate von zirka 90 Prozent, ältere liegen etwas darunter", erklärt er. Eine Auswertung von 1719 Implantaten über acht Jahre, die sowohl im Unter- als auch im Oberkiefer bei verschiedenen Indikationen gesetzt wurden, zeigt, dass in diesem Zeitraum 15 Prozent der Implantate verloren gingen. Generell spiele auch das jeweilige Implantatsystem eine Rolle. Behandlungsbedürftige Entzündungen des umgebenden Gewebes diagnostizierten die Zahnmediziner bei 20 Prozent der Implantate. Diese Periimplantitis kann zum Gewebeverlust und zum Verlust des Implantates führen. Allerdings zeigen Untersuchungen, dass nach einem Verlust erneut ein Implantat gesetzt werden kann, wenn die Entzündung ausgeheilt ist.

Wie Zahnersatz auf Implantaten verankert wird, spielt ebenfalls eine Rolle bei Komplikationen. Zwar sind Prothesenbrüche bei abnehmbarem, implantatgetragenen Zahnersatz im Unterkiefer insgesamt selten, bei bestimmten Verankerungen jedoch häufiger als bei anderen. Gefräste Stege, die den Zahnersatz tragen, machten die geringsten Probleme. Auch bei einer Prothesenlockerung zeigte sich, dass gefräste Stege oder Teleskopprothesen kaum Probleme verursachten.

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VideoUrsachenforschung
Zahnschmerzen können verschiedene Ursachen haben: freiliegende Zahnhälse, Karies, Entzündungen des Zahnmarks, Parodontitis oder Kieferdefekte. (Beitrag vom 14. Januar 2014)
Härtestes menschliches Gewebe
Auf den Zahn gefühlt
Der Zahnschmelz sei so hart und dabei so komplex, dass es bisher unmöglich sei, so etwas künstlich zu erzeugen, so Materialwissenschaftler Prof. Gerold Schneider.