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Psychopharmaka mit Nebenwirkung (Beitrag vom 2. Oktober 2015)
Suizidrisiko durch Stimmungsaufheller
Antidepressive Wirkung setzt erst spät ein
Die Einnahme von Antidepressiva kann das Risiko für eine Selbsttötung verstärken - besonders zu Beginn einer medikamentösen Behandlung.
Mediziner erklären dies damit, dass eine antidepressive Wirkung erst nach einigen Wochen einsetzt, die Patienten aber sehr schnell eine aktivierende Wirkung spüren. Möglicherweise lässt sie diese Energie Pläne umsetzen, die lange zuvor geschmiedet wurden.

Britische Wissenschaftler um Carol Coupland von der Universität Nottingham untersuchten 240.000 Patienten zwischen 20 und 64 Jahren mit der Erstdiagnose einer Depression. Sie zeigten, dass in seltenen Fällen eine Therapie mit Antidepressiva zu einem Suizidversuch oder selbstaggressivem Verhalten führen kann. Trizyklische Antidepressiva und Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer unterschieden sich nicht signifikant in dieser Hinsicht. Für einzelne Wirkstoffe - Mirtazapin, Trazodon und Venlafaxin - war das Risiko jedoch statistisch signifikant erhöht, besonders in den ersten vier Wochen nach Therapiebeginn und in den vier Wochen nach Absetzen.

Depression ist nicht gleich Depression
Wissenschaftler aus Bern wiesen nach, dass der Mangel verschiedener Botenstoffe im Gehirn jeweils unterschiedliche Arten von Depressionen verursacht. Dieser Befund könnte dazu beitragen, den Einsatz von Antidepressiva besser auf den Depressionstyp abzustimmen und dadurch ihre Wirksamkeit zu erhöhen.

Manche Depressionen entstehen durch Mangel am Botenstoff Serotonin, andere durch Mangel an Noradrenalin. Bislang konnte die Forschung die beiden Typen nicht unterscheiden, was den Einsatz von Antidepressiva erschwerte - diese wirken jeweils nur auf einen bestimmten Botenstoff. Gregor Hasler und Philipp Homan von der Abteilung für Molekulare Psychiatrie des Zentrums für Translationale Forschung der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie konnten nun in einer Studie erstmals aufzeigen, welche Depressionssymptome eher mit einem Serotonin-Mangel und welche eher mit einem Noradrenalin-Mangel zusammenhängen.

Glossar
Depressionen
Depressive Menschen fühlen sich vor allem am Morgen traurig, gedrückt und pessimistisch. Sie ziehen sich zurück und verlieren das Interesse an gesellschaftlichen Kontakten.
Mediathek
VideoFatale Folgen
Verordnungen moderner Antidepressiva nehmen zu. Experten bezweifeln, dass Ärzte ausreichend über mögliche Gefahren informiert sind. (Beitrag vom 10. Juni 2015)
Literatur
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